Fonds unter der Lupe
Uni Global setzt auf Euroland

Fondsmanager Thomas Meier fährt eine andere Strategie als die Konkurrenz: Er gewichtet Werte aus Euroland über und ist dabei voll investiert. Pharmatitel und Versicherer bieten seiner Ansicht nach gute Kurschancen.

FRANKFURT/M. Risiken zu tragen, ist Thomas Meier gewöhnt. Vor seiner Karriere als Fondsmanager bei Union Investment handelte der Betriebswirt mit Futures und Optionen. Auch deswegen griff der Manager des UniGlobal, Flaggschiff der Union Investment mit einem Volumen von etwa 3 Mrd. Euro, jetzt an der Börse beherzt zu: Er stockte Pharmatitel wie Schering auf und sieht bei Versicherern wegen der niedrigen Kurse die Gelegenheit zum Kauf. Meier geht davon aus, dass der Irak-Krieg, wenn überhaupt, nur eine "begrenzte Zeit" dauert - und dass die Unsicherheit bereits "ausreichend am Markt eingepreist ist". So hält er nur noch 1 % Kasse, während direkte Mitbewerber derzeit mehr als zehn Prozent liquide Mittel halten.

Der Unterschied zu anderen Fonds mit internationalen Aktien ist die regionale Gewichtung, wie Meier betont. Die Konkurrenz hält sich eher an die Benchmark, den MSCI-World-Index. Dieser gibt einen USA-Anteil von rund 55 % vor. Der UniGlobal investiert jedoch nur knapp 40 % in dieser Region. Euroland ist mit 29 % und Deutschland mit gut 15 % dagegen übergewichtet. Zum Vergleich: Der Dit-Aktien-Global hat derzeit einen US-Anteil von 59 %, Euroland ist mit 10 % berücksichtigt.

Meiers Begründung für seinen hohen Euroland-Anteil: Hier sind die Kurse im Vergleich zu den USA stärker gefallen, daher biete sich ein höheres Potenzial. Außerdem hätten die Bilanzskandale in Übersee das Vertrauen der Anleger deutlich geschwächt.

Besser fährt Meier mit seiner Strategie zumindest auf den ersten Blick nicht. Das Anlageergebnis des Fondsmanagers weicht kaum nennenswert vom MSCI-World-Index ab (siehe Tabelle): So hat er im letzten Jahr einen Verlust von 31,95 % kassiert. Der Index verlor 31,96 %. Auf Sicht von drei Jahren (per 31.12.2002) schlägt das Pendel allerdings zugunsten des Fonds aus. Seine Performance liegt bei gut minus 40 %, während der Index um über 43 % absackte. Auf Sicht von fünf Jahren hat Meier dann endgültig die Nase vorn: Er erzielte ein Plus von über 9 %, der Index verlor 4,2 %.

Der Fondsmanager betont, er gehe beim Aktienkauf nicht von vornherein nach dem Kriterium "Wachstumswert oder Substanzwert" vor; ein Unternehmen müsse ihn überzeugen. Dabei wählt er bevorzugt Marktführer wie etwa sein Engagement in Aktien der Citigroup zeigt. Ebenso wichtig ist ihm aber auch ein gutes Management.

Seinen Angaben zufolge haben Finanzwerte gegenwärtig ein Gewicht von rund 25 % und bilden damit den Schwerpunkt im UniGlobal, gefolgt von Konsum- und Pharmawerten. Der Technologiesektor ist zu 7 % enthalten, Telekomtitel zu 6 %. An Einzeltitel ist Philip Morris aktuell mit 3 % vergleichsweise hoch gewichtet. Meier lobt die Profitabilität des Unternehmens - auch wenn die Gefahr bestehe, dass einige US-Kunden zu billigeren Marken wechseln könnten. Die Dividendenrendite von 7 % für 2003 sei ein weiterer Pluspunkt.

Auffällig ist die hohe Gewichtung der Deutschen Börse AG im Fonds. Deren Anteile sind mit immerhin 2,6 % gewichtet. Die Börse habe mit der Eurex - der weltweit erfolgreichsten Terminbörse - gezeigt, dass sie über hochwertige Technik verfüge, argumentiert Meier. An weiteren Dax-Titeln sind Schering und Allianz im Fonds enthalten. Meier lobt die solide Bilanz von Schering. "Die Produktpipeline des Unternehmen ist prall gefüllte und das Management sehr gut", sagt der Fondsmanager. Das Übernahmedebakel mit der Dresdner Bank sei mittlerweile im Allianz-Kurs eingepreist, daher hält Meier den Titel für unterbewertet. "Der Managementwechsel von Schulte-Noelle zu Diekmann wird keinen Kulturschock auslösen, sondern lässt eher weiter ein hartes Durchgreifen erwarten", führt der Fondsmanager aus. Nebenwerte machen zurzeit knapp 35 % des Fonds aus.

Die Kosten für den Fonds weichen übrigens nicht wesentlich vom Durchschnitt ab: 5 % Ausgabeaufschlag und maximal 1,25 % Verwaltungsvergütung.

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