Archiv
Fondsanleger können mehr Geld behalten

Die Steuererklärung ist lästig. Doch für manchen Fondsanleger macht sich das Ausfüllen bezahlt.

Investmentfonds sind eigentlich etwas für Bequeme. Statt sich täglich mit dem Börsengeschehen auseinander zu setzen, überlässt der Anleger dies gut bezahlten Fondsmanagern. Für einige Anleger ist es mit der Ruhe allerdings vorbei, wenn die Einkommensteuererklärung ansteht. Dann sollten zumindest die Fondsanleger, deren Kapitaleinkünfte die Sparerfreibeträge überschreiten, aktiv werden - wenn sie kein Geld verschenken wollen. Aber selbst wenn die Kapitalerträge den Sparerfreibetrag nicht überschreiten, kann das Ausfüllen der Anlage KAP (für Kapitalerträge, früher KSO) noch ein paar Mark bringen. Wem der Aufwand dafür zu hoch ist, kreuzt im Mantelbogen der Erklärung an, dass seine Kapitaleinkünfte den Freibetrag nicht übersteigen.

Grundsätzlich sind die Anleger bei der Steuererklärung am Zug, da Fonds selbst als nicht steuerpflichtige Sondervermögen gelten. Versteuert werden müssen Zinserträge, Stückzinsen, Zwischengewinne, Gewinne aus Termingeschäften und Dividenden. Von den Zinserträgen des Fonds-das sind einerseits Stückzinsen, die dem Fonds zufließen, und Zwischengewinne, die der Anleger bei Veräußerung eines Anteils erzielt- wird bei Verwahrung in einem inländischen Depot die Zinsabschlagsteuer (ZASt) von 30 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag (Soli) von 5,5 Prozent an den Fiskus abgeführt. ZASt fällt auch auf Gewinne aus Termingeschäften an, wenn die Laufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt und das Geschäft nach dem 31.3.1999 abgeschlossen wurde.

Im Rahmen der Einkommensteuererklärung können sich Anleger grundsätzlich alle Steuern zurückholen, die vorab angefallen sind. Dazu gehört die ZASt, denn sie ist nur eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer - und damit keine zusätzliche Steuer. Generell gilt: Liegt der individuelle Steuersatz über 31,65 Prozent (ZASt plus Soli), muss nachgezahlt werden. Liegt er darunter, winkt eine Erstattung.

Deswegen kann es sich auch für Anleger lohnen, deren Einkünfte noch nicht die Sparerfreibeträge überschritten haben, die Anlage KAP auszufüllen. Denn eine Gutschrift auf die Körperschaftsteuer (KSt) senkt beispielsweise die vom Finanzamt festgesetzte Einkommensteuer. Diese gilt aber gleichzeitig als Bemessungsgrundlage für den Soli, so dass die KSt-Vergütung auch den Soli reduziert. Allerdings ist die Zeit der KSt-Gutschriften ab dem Veranlagungszeitraum 2002 zu Ende. Ab dann wirkt das Halbeinkünfteverfahren (Glossar zur Fonds-Besteuerung).

Außerdem werden Fondsbesitzer dann-zumindest teilweise- gegenüber Anlegern, die Aktien direkt kaufen, benachteiligt. Direktkäufer müssen 2002 nur noch die Hälfte ihrer Veräußerungsgewinne, die sie vor Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist realisiert haben, versteuern. Für Fondsanleger gilt diese Vergünstigung nicht.

Auch wer ausländische Fondsanteile besitzt, sollte hellhörig werden. Ausländische Fonds, die in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind, fallen nicht unter das Halbeinkünfteverfahren - und zwar unabhängig davon, ob ihre Dividenden von in- oder ausländischen Gesellschaften fließen. Dividenden aus ausländischen Fonds müssen deshalb im Gegensatz zu denen aus inländischen Fonds voll versteuert werden. Das diskriminiert Auslands- gegenüber Inlandsfonds. Eine Arbeitsgruppe im Bundesfinanzministerium überprüft derzeit unter anderem die Regelungen zur Besteuerung ausländischer Investmentfonds. Nur wer Auslandsdividenden aus direkt gehaltenen Aktien bezieht, kann sich-sogar schon in diesem Jahr- über das Halbeinkünfteverfahren freuen.

Das ist zu beachten, wenn die Erträge die Freibeträge überschreiten: Lesen Sie aufmerksam die Steuerbescheinigung Ihrer Depotbank, die Sie am Ende des Geschäftsjahres bekommen. Sie enthält Angaben zur Höhe der einbehaltenen ZASt, das KSt-Guthaben, die abgeführte KapSt und die ausländische Quellensteuer.

So füllen Sie die Anlage KAP aus


Praxis-Tipps zur Einkommensteuererklärung

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%