Fondsanleger reagieren unterschiedlich
Zuflüsse in Europas Aktienfonds im Oktober im Mittel zurückgegangen

rez FRANKFURT/M. Aktienfondsanleger in Europa haben offenbar höchst unterschiedliche Strategien für die aktuell turbulenten Börsenzeiten. Zwar verbuchten in Europa für private Anleger aufgelegte Aktienfonds im Oktober insgesamt mit 7,6 Mrd. $ um rund 15 % weniger Zuflüsse als im September und im Oktober 1999, schätzen Analysten von Schroder Salomon Smith Barney (SSSB). Doch hinter der Durchschnittszahl verbergen sich gegensätzlich Entwicklungen in einzelnen Ländern.

Während zum Beispiel Spanier und Italiener im Oktober weniger Fonds kauften als im Monat zuvor, blieben die Zuflüsse im zweiten gewichtigen Fondsland Deutschland auf niedrigerem Niveau stabil. Die ebenfalls fondsbegeisterten Franzosen investierten mit knapp 5 Mrd. $ so viel in Aktienfonds wie nie zuvor und steigerten ihre Käufe im Vergleich zum September um 70 %. An wieder steigende Aktienkurse glauben offenbar auch Schweden und Briten. In dem skandinavischen Land verdoppelten sich nach Angaben von SSSB die Zuflüsse. Auf der Insel verachtzehnfachten sich die Zuflüsse gar auf gut 1 Mrd. $. In beiden Ländern war die Nachfrage im Frühherbst allerdings weggebrochen.

Trotz der insgesamt moderaten Zuflüsse im Oktober haben die Netto-Käufe von Aktienfonds in Europa in diesem Jahr mit 127 Mrd. $ bereits die Rekordsumme aus 1999 um 40 % überrundet, schätzen die SSSB-Analysten. Sie erwarten, dass die Fondsanleger in den kommenden Monaten stärker Aktienfonds kaufen und damit die Aktienkurse stützen.

Bei Rentenfonds in Europa hält dagegen der Trend zu Kapitalabflüssen an: Im klassischen Anleihe-Land Italien allein hätten private Anleger in den vergangenen zwölf Monaten 33,2 Mrd. $ Kapital abgezogen. Auch in Frankreich verkauften private Anleger mehr Rentenfondsanteile als sie ins Depot nahmen, allerdings flossen dort seit Herbst 1999 nur knapp 4 Mrd. $ ab. In Deutschland verbuchten Anleihefonds laut SSSB in den vergangenen zwölf Monaten leichte Zuflüsse.

Insgesamt wird in Deutschland, Frankreich und Italien rund die Hälfte allen Fondskapitals für Private verwaltet, das sich in Europa fast auf 3,5 Bill. $ beläuft. Der Aktienfondsanteil in den kontinentaleuropäischen Ländern sei dabei typischerweise geringer als 40 %, kommentieren die SSSB-Analysten eine im Vergleich zu angelsächsischen Anlegern größere Zurückhaltung gegenüber Aktien. In Großbritannien private Anleger rund 56 % ihres Fondskapitals in Aktienfonds an, in den USA sind es sogar 60 %.

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