Fondsgesellschaft Union Investment setzt auf europäische Aktien und Unternehmensanleihen
Vertrauen in den Neuen Markt

Die Investmentgesellschaft des genossenschaftlichen Bankenverbundes gewinnt weiter an Boden, während viele große Konkurrenten Marktanteile verlieren. In Zukunft soll auch die absehbare Förderung der privaten Altersvorsorge den Fondsverkauf stimulieren.

FRANKFURT/M. Die Kapitalmarktstrategen von Union Investment gehen optimistisch ins neue Börsenjahr. Am Neuen Markt rechnen sie sogar mit einer markanten Erholung. Auf der Jahres-Pressekonferenz in Frankfurt konnte die Investmentgesellschaft des genossenschaftlichen Bankenverbundes außerdem weitere Marktanteilsgewinne vermelden.

Rüdiger Ginsberg, für das Anlagemanagement zuständiger Union-Geschäftsführer, bevorzugt bei der regionalen Aktienmarktbetrachtung "Europa vor Asien und Asien vor den USA". Seine Indexzielmarken für das Jahresende 2001 (Stand v. 27.11.2000 in Klammern): Dax 8 000 (6 697), Euro Stoxx 50 mit 5 500 (4 945), Dow Jones 11 000 (10 546), Nikkei 18 000 (14 720). Unter Branchengesichtspunkten gibt er den Bereichen Pharma, Finanzdienstleister sowie Ölverarbeiter und-produzenten die größten Chancen.

Am Neuen Markt können seiner Meinung nach in den nächsten Monaten "rund zwei Dutzend Unternehmen vom Kurszettel verschwinden". Gefährdet seien Internet-Portale, die bisher keine Marke hätten bilden können, Internet-Service-Provider, kleinere Telekomfirmen, einzelne Softwarehersteller sowie Produzenten zweitklassiger Telekom - und Netzwerkausrüstung.

Dennoch erwartet Ginsberg überwiegend gute Firmenergebnisse am Neuen Markt und danach auch wieder stärkeres Vertrauen der Anleger. Er setzt auf gute Zahlen für das vierte Quartal bei Firmen aus den Bereichen Internet-Infrastruktur und Logistik. Indexziele für Ende 2001 (Stand v. 27.11.2000 in Klammern): Nemax-All-Share 5 000 (3 385), Nasdaq-Composite 4 000 (2 880).

Auch Anleihen versprechen Chancen

Chancen sieht Union Investment auch am Rentenmarkt. Gerade die auf Unternehmensanleihen konzentrierten Portfolios eignen sich laut Ginsberg "hervorragend zur Risikostreuung". Er setzt hier unter anderem auf die Titel der Telekomfirmen wie Deutsche Telekom, France Télécom und Telefónica. Die Anleihekurse seien zu stark gefallen.

Für die Suche nach alternativen Verkaufswegen sieht Union-Geschäftsführungssprecher Manfred Mathes keinen Anlass. Er verweist auf stetige Marktanteilsgewinne und erneute Rekordverkäufe. Mathes will auf mögliche alternative Verkaufswege auch verzichten, soweit sie im genossenschaftlichen Verbund als "an den Banken vorbei" interpretiert werden könnten: "Im Gegenzug dürfen wir davon ausgehen, dass uns die Loyalität der Volks- und Raiffeisenbanken und der genossenschaftlichen Zentralbanken als Vermittler erhalten bleibt". Auf europäischer und internationaler Ebene sucht Union Investment laut Mathes weiter nach Kooperationsmöglichkeiten mit Partnern.

Im Geschäftsjahr per Ultimo September legten die Anleger für netto 15,6 Mrd. Euro Gelder in Union-Fonds an. Das verwaltete Fondsvolumen erhöhte sich auf 63,7 Mrd. Euro. Gemessen am Gesamtvermögen stieg der Marktanteil von 13,5 auf 15,8 %, nachdem bereits im Vorjahr 1,5 Prozentpunkte dazu gekommen waren. Mathes verleiht mit Hinweis auf diese Zahlen dem Geschäftsjahr das Prädikat "Jahrhundertjahrgang".

Treibende Kraft waren - wie bei den Konkurrenten - die stark gestiegenen Verkäufe von Aktienfonds. "Leicht getrübt" wurde die Bilanz von den Netto-Mittelabflüssen bei Renten- und Geldmarktfonds in Höhe von 2,5 Mrd. Euro bzw. 0,4 Mrd. Euro - auch das ist branchentypisch. Neue Impulse für den künftigen Fondsverkauf erhofft sich der Union-Chef vor allem von der staatlichen Förderung der privaten Altersvorsorge.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%