Fondsgesellschaften legen deutlich weniger neue Produkte auf
Anteil passiv gemanagter Fonds steigt

Die in Deutschland tätigen Fondsgesellschaften legen in diesem Jahr weniger Produkte auf als 2001. Außerdem steigt der Anteil an passiv gemanagten Fonds. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Researchunternehmens Privates Institut für Fondsanalyse (ifa), die dem Handelsblatt vorliegt.

fer/ina FRANKFURT/M. Der Trend hin zu weniger Neuauflagen zieht sich durch alle Fondskategorien. So kamen per Ende September 191 Aktienfonds neu auf den deutschen Markt, nach 347 im Vorjahr. Besonders stark war der Einbruch auch bei Renten- und Geldmarktfonds.

"Viele Fondsgesellschaften haben ohnehin eine aufgeblähte Produktpalette. Da gibt es wenig Anreiz, neue Fonds aufzulegen", sagt Kai Wiecking, Analyst bei dem Marktforschungsunternehmen Morningstar. Auch sei die Kundennachfrage nicht da. Bei Fonds, die auf den Geldmarkt oder auf kurzläufige Renten setzen, sei bereits ein großes Angebot am Markt vorhanden. "Bei einigen Fondsgesellschaften liegt momentan der Fokus nicht auf dem Produktmanagement. Da geht es vielmehr um die Frage, wie sie die Konsolidierung des Markts überleben", sagt Wiecking.

Lediglich bei Garantiefonds bauten die Fondsgesellschaften etwas aus: Von diesen Produkten wurden per Ende September 15 aufgelegt, nach 14 im Vorjahr. Rüdiger Sälzle, Vorstand des Researchunternehmens Fondsconsult, sieht dies als Spiegelbild der Marktsituation: "Die Kunden wollen keine hohen Risiken mehr eingehen", sagt er.

Ein weiteres Segment mit vergleichsweise positiver Entwicklung waren passiv gemanagte Fonds, die Indizes nachbilden. Sie haben ihren Anteil an den Neuauflagen deutlich erhöht. Verantwortlich hierfür sind Gesellschaften wie Indexchange Investment, Street Tracks, Unico oder Fresco, die Exchange-Traded Funds (ETFs) und andere Index-Produkte auf den Markt gebracht haben. So haben passiv gemanagte Produkte ihren Anteil an den Neuauflagen deutlich erhöht. Im Jahr 2001 hatten laut ifa rund 12 % der neuen Produkte kein aktives Fondsmanagement, in diesem Jahr hatten von den 337 neu aufgelegten Produkten mehr als 20 % ihre Wertentwicklung an Indizes gekoppelt. "Dieser Trend wird sich fortsetzen", sagt Wiecking. Die meisten aktiv geführten Fonds hätten ihre Gebühren nicht verdient. Deshalb bestehe nun eine erhöhte Nachfrage nach den günstigeren Passiv-Produkten, der die Fonds entgegen kämen.

Unter den sechs größten deutschen Fondsgesellschaften DWS, Deka, Union Investment, ADAM, Cominvest und Activest haben sich die Commerzbank-Tochter Cominvest mit 25 neuen Produkten und die zur Allianz-Dresdner-Gruppe gehörende ADAM mit 27 neu aufgelegten Fonds hervor getan. Während die Cominvest mit Neuauflagen 1,06 Mrd. eingesammelt hat, kam ADAM per Ende September auf 5,8 Mrd. Euro. Damit lag die Fondsgesellschaft mit großem Abstand an der Spitze unter den "Großen Sechs".

Allein der im April aufgelegte Rentenfonds DIT-Euro Bond Total Return kam per Ende September auf ein Volumen von 1,1 Mrd , bis Anfang Dezember hat er sein Volumen auf 1,52 Mrd. gesteigert. Damit liegt er unter den Fondsneuheiten von Gesellschaften, die dem Fondsverband BVI angehören, auf Platz eins. Auch die Tranchen des Dachfonds DIT-Fonds Portfolio Ertrag sowie der DIT-Euro Laufzeitfonds 2004 haben Anklang bei den Investoren gefunden. Unter den zehn erfolgreichsten BVI-Fondsneuheiten sind neben sechs DIT-Fonds auch drei Produkte der Deutsche Bank-Tochter DWS und eines der zur Sparkassenorganisation gehörenden Deka. Die DWS belegt mit dem DWS Funds GlobalFlex A, der ein Volumen von rund 700 Mill. erreichte, den zweiten Platz.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%