Fondsmanager: Frankfurter Flughafen reizt Preisspanne nicht aus
Fraport-Aktie nicht teurer als 34 Euro erwartet

Der Ausgabekurs der ersten deutschen Flughafenaktie wird nach Einschätzung von Fondsmanagern in der unteren Hälfte der Preisspanne liegen. Die institutionellen Anleger rechnen mehrheitlich mit einem Preis zwischen 33 und 34 Euro. Die Großemission ist eine Woche vor der Erstnotiz überzeichnet.

FRANKFURT/M. Beim Börsengang des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport AG werden das Unternehmen und die Konsortialbanken die Preisspanne voraussichtlich nicht ausreizen. Der Emissionspreis der ersten deutschen Flughafenaktie wird nach Einschätzung von Fondsmanagern in der unteren Hälfte der Preisspanne liegen.

Vom Handelsblatt befragte Investoren erwarten mehrheitlich einen Ausgabekurs für die zweite deutsche Großemission in diesem Jahr zwischen 33 und 34 Euro je Aktie. Die großen Fonds beeinflussen die Preisfindung mit ihren Orders und Limits stets stark. Die Zeichnungsfrist für die Fraport-Aktie läuft noch bis zum 8. Juni, die Preisspanne reicht von 32 bis 37 Euro.



Eine Woche nach Beginn der Zeichnungsfrist bewegte sich der Titel der Frankfurter Flughafengesellschaft am so genannten Graumarkt, wo die Papiere bereits vor der offiziellen Erstnotiz gehandelt werden, am unteren Ende der Bookbuildingspanne. Die Anteile notierten beim Düsseldorfer Makler Schnigge zwischen 33,50 und 34,50 Euro.



Am vergangenen Freitag endete die Frühzeichnerphase für die Privatanleger. Fraport ließ wissen, der Börsengang laufe bislang besser als erwartet. Allein die Nachfrage der Privaten habe für eine Überzeichnung gesorgt. Mit den Orders der institutionellen Investoren werde der Börsengang in dieser Woche an Dynamik gewinnen, hieß es in Bankenkreisen. Die internationalen Großanleger entscheiden in der Regel erst gegen Ende der Zeichnungsfrist über ihre Aufträge. Eine Emission in der Größenordnung von Fraport sollte am Ende mindestens zweifach überzeichnet sein, um einen reibungslosen Börsenstart zu gewährleisten.



Titel als wegweisend für Neuemissionen gesehen



Michael Fraikin, Fondsmanager bei Invesco, rechnet nicht damit, dass die Emission noch heiß läuft: "Das Interesse der Privaten an Fraport ist deutlich größer als das der Institutionellen." Er erwartet einen Emissionspreis von 33 Euro. "Fraport ist gut beraten, wenn es den Preisrahmen nicht ausreizt." Michael Gierse, Fondsmanager bei Union Investment, erwartet einen Ausgabekurs zwischen 33 und 34 Euro. Etwas optimistischer zeigt sich Boris Boehm, Vermögensverwalter bei Nordinvest in Hamburg. Er sieht den Börsengang auf einem guten Weg und will die Flughafenaktie ordern. Er hält Fraport für ein konservatives Investment und eine interessante Ergänzung im Logistiksektor. Sein Tipp für den Ausgabekurs: 34 Euro. Aber auch Boehm rechnet nicht mit einem rasanten Start der Aktie. Gerd Schubert, Fondsmanager der DGZ Bank, -Deka erwartet einen Ausgabekurs von 33 bis 34 Euro. Kommt die Aktie noch günstiger, wäre sie nach Ansicht Schuberts eine "echte Gelegenheit". Sollte die Emission in der zweiten Woche wider Erwarten noch hoch überzeichnet werden, sei aber auch ein Preis von 35 Euro möglich.



Dem Fraport-Börsengang wird wegen seines Umfangs eine Schlüsselrolle für die weitere Entwicklung am Markt für Neuemissionen beigemessen: Läuft die Platzierung erfolgreich, könnte die Stimmung ins Positive drehen und damit weitere Unternehmen zum Börsengang ermutigen. Mit einem Volumen von bis zu 840 Mill. Euro ist die Privatisierung des Frankfurter Flughafens nach der Emission der Deutschen Börse der bisher größte Börsengang am heimischen Markt in diesem Jahr. Ohne Mehrzuteilungsoption würde Fraport auf eine Marktkapitalisierung zwischen 2,8 und 3,2 Mrd. Euro kommen. Angesichts dieses Gewichts strebt der Flughafen die Aufnahme in den MDax an, den Index der größten 70 Nebenwerte.



Für Private läuft die Zeichnungsfrist noch bis zum 7. Juni, institutionelle Investoren haben einen Tag länger Zeit. Wer als Kleinanleger bis Freitag seine Order abgab, erhält einen Rabatt von 1 Euro. Bei der Zuteilung sollen Anleger im erweiterten Rhein-Main-Gebiet bevorzugt werden. Fraport und die Banken legen den endgültigen Ausgabekurs am kommenden Wochenende fest. Die Erstnotiz im amtlichen Handel ist für den 11. Juni vorgesehen.

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