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Fondsmanager halten Preisspanne für Epigenomics-Aktie für zu hochDPA-Datum: 2004-07-08 12:14:43

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die vom Biotech-Unternehmen Epigenomics und den Konsortialbanken festgesetzte Preisspanne für den geplanten Börsengang halten Fondsmanager wegen möglicher Geschäftsrisiken für zu hoch. "Zu einem Preis von 11,90 bis 14,50 Euro werde ich keine Aktien zeichnen", sagte Fondsmanager Markus Manns, von Union-Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken der dpa-AFX. Epigenomics will am 16. Juli an die Börse.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die vom Biotech-Unternehmen Epigenomics und den Konsortialbanken festgesetzte Preisspanne für den geplanten Börsengang halten Fondsmanager wegen möglicher Geschäftsrisiken für zu hoch. "Zu einem Preis von 11,90 bis 14,50 Euro werde ich keine Aktien zeichnen", sagte Fondsmanager Markus Manns, von Union-Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken der dpa-AFX. Epigenomics will am 16. Juli an die Börse.

Da Epigenomics auch in den kommenden Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit Verluste ausweisen dürfte und noch keine Produkte auf dem Markt hat, muss das mögliche Risiko eines Totalverlustes laut Manns bei der Preisfindung berücksichtigt werden. "Für mich ist eher ein Preis unter zehn Euro attraktiv", sagte der Pharma- und Biotech-Experte. Am Donnerstagvormittag wurde das Papier am Grauen Kapitalmarkt bei der Wertpapierhandelsbank Lang & Schwarz zu Kursen zwischen 11,60 und 12,00 Euro gehandelt.

EPIGENOMICS MINDESTENS BIS 2006 VERLUSTBRINGER

Das Management stellt keine Prognose, wann die Gewinnzone erreicht sein soll. Von 2006 an sei mit ersten Produktumsätzen und Lizenzgebühren zu rechnen. Im abgelaufenen Jahr hatte Epigenomics einen Fehlbetrag von 6,71 Millionen Euro verzeichnet bei einem Umsatz von 10,78 Millionen Euro. Im ersten Quartal dieses Jahres fiel bereits ein Nettoverlust von 3,26 Millionen Euro an. Der Umsatz belief sich auf 1,23 Millionen Euro. In den Monaten April und Mai ergab sich ein weiterer Fehlbetrag in Höhe von 2,56 Millionen Euro. Ein Breakeven bereits im Jahr 2006 ist laut Finanzchef Oliver Schacht "optimistisch".

Die DIT-Fondmanagerin Nicole Körtge äußerte sich ebenfalls kritisch angesichts der Preisspanne für den Börsengang. "Die Bewertung ist schon recht stolz im Vergleich mit anderen Biotech-Unternehmen und wir fragen uns, warum der Börsengang ausgerechnet im derzeit immer noch schwierigen Umfeld über die Bühne gehen soll."

Das 1998 gegründete Berliner Unternehmen würde zu Preisen zwischen 11,90 bis 14,50 Euro einen Börsenwert von bis zu 230 Millionen Euro erreichen. Fondsexperte Manns gibt zu bedenken, dass Epigenomics in der vergangenen Finanzierungsrunde im Sommer 2003 deutlich niedriger bewertet worden sei. Bei Ausübung der Mehrzuteilungsoption und ohne Berücksichtigung der Emissionskosten rechnen Konsortialbanken und Unternehmen mit einem Bruttoerlös von 63,2 bis 77,1 Millionen Euro.

WENIG INTERESSE VON PRIVATEN INVESTOREN ERWARTET

Für Fondsmanagerin Körtge hängt der Erfolg des Börsengangs sehr von der Risikobereitschaft der Investoren und vom Preis der Aktien ab. Angesichts des Risikos hatte Konsortialführer Morgan Stanley ein überragendes Interesse privater Investoren bereits ausgeschlossen.

Der Schweizer Pharmakonzern Roche < ROG.VTX > < RHO5.FSE > als starker Partner von Epigenomics werde sich mit einer Beteiligung im einstelligen Prozentbereich an dem Börsengang beteiligen, hieß es in Branchenkreisen. Zu den wichtigsten Produkten, die derzeit mit Roche Diagnostics entwickelt werden, gehören Tests zur Früherkennung von Brustkrebs und Darmkrebs. Diese werden jedoch erst in drei bis vier Jahren Marktreife erlangen.

Positiv werteten die Pharma- und Biotech-Experten, dass die Epigenomics-Manager beim Börsengang nicht Kasse machten. Die Altaktionäre sind an eine Haltefrist von sechs Monaten gebunden. Gründer und Manager, deren Aktienanteil rund 16 Prozent entspricht, müssen ihre Papiere mindestens ein Jahr halten.

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