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Fondsmanager uneinig über Telekom-Dividendenschritt

Einerseits herrsche nun Klarheit, meinen die Manager. Andererseits seien die Entscheidungen der Telekom für Investoren enttäuschend.

rtr FRANKFURT. Die von der Deutschen Telekom geplante Dividendenkürzung und die abermalige Verzögerung beim Börsengang der Mobilfunksparte sind bei Fondsmanagern auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während einerseits gelobt wird, dass nun Klarheit über diese Punkte herrscht, wurde andererseits aus Investorensicht Enttäuschung über die Entscheidungen geäußert.

Knut Müller von Commerz Asset Management sagte am Dienstag, weder die Dividendenkürzung noch die Verzögerung beim Börsengang von T-Mobile seien eine große Überraschung. Es sei positiv zu werten, dass nun ein wenig Klarheit herrsche. "Beide Damokles-Schwerter über den Aktien sind nun entfernt worden", sagte der Fondsmanager. Es sei kurzfristig mit Druck auf die Aktie zu rechnen.

Ernst Konrad, Fondsmanager bei Activest in München, sagte hingegen: "Das ist sehr enttäuschend." Die meisten Investoren hätten eine unveränderte Dividendenzahlung erwartet. Allerdings reichten die freien Finanzmittel (free cash flow) der Telekom nicht aus, um eine unveränderte Dividende zu zahlen. Deshalb mache die Kürzung zwar Sinn, sei aber dennoch eine große Enttäuschung für die meisten Investoren.

In der Vergangenheit hatte es zahlreiche Investoren gegeben, die wegen der Dividendenhöhe von zuletzt 0,62 Cents die Telekom-Aktien gekauft hatten, da dies einer vergleichsweise hohen Dividendenrendite von 3,6 % entsprach. Auch Fondsmanager Konrad rechnet damit, dass die Telekom-Aktien kurzfristig schwächer tendieren werden.

Telekom-Analyst Hans Huff von der Bankgesellschaft Berlin sagte, die Dividendenkürzung sei eine negative Überraschung. "Aus Sicht der Kleinanleger ist das Image der Volksaktie nun endgültig ramponiert. Bei den institutionellen Anlegern war hingegen seit längerem bekannt, dass die Cash-Position der Telekom schlecht ist. Daher könnte man sich fragen: Warum zahlt die Telekom überhaupt eine Dividende?"

Von der Streckung des geplanten Schuldenabbaus zeigte sich der Analyst ebenfalls nicht überrascht: "Jeder hat sich gefragt, wie die Telekom das überhaupt noch schaffen wollte." Einen Börsengang könne man nicht erzwingen. Skeptisch äußerte er sich über die Möglichkeit eines Führungswechsel bei der Telekom.

"Was ist die Alternative? Das Geld ist ausgegeben. Ich glaube nicht, dass ein Wechsel an der Spitze etwas ändern würde", sagte Huff mit Blick eine mögliche erneute Diskussion über den Verbleib von Telekom-Chef Ron Sommer im Amt des Vorstandsvorsitzenden.

Die Telekom hatte am Montag nach Börsenschluss mitgeteilt, dass für das vergangene Jahr eine Dividende von 0,37 ? je Aktie empfohlen werden nach 0,62 ? im Jahr 2000. Der Konzern verschob zugleich seinen Termin für den geplanten Schuldenabbau um ein Jahr. Demzufolge soll das Ziel, die Verbindlichkeiten auf 50 Mrd. ? von 62 Mrd. zum Jahresende 2001 zu reduzieren, nun erst bis Ende 2003 erreicht werden. In der vergangenen Woche hatte Konzern-Chef Ron Sommer noch bekräftigt, dass diese Vorgabe wie geplant bis Ende dieses Jahres erfüllt werden solle.

Der Kurs der Telekom-Aktie fiel zu Handelsbeginn über 2,75 % auf 16,57 ? und gab im Verlauf auf bis zu 16,40 ? nach.

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