Fondsportrait: Invesco GT Energy
Fondsmanager setzt auf Öl-Aktien

An der Börse sind Energie-Aktien schon seit einigen Monaten every-body?s darling: Egal, ob nun endlich die Konjunktur anzieht oder ob der nicht enden wollenden Gewaltspirale im Nahen Osten der Ölpreis explodiert - die Anteilseigner von Exxon, BP & Co profitieren in jedem Fall. Profiteuer dieser Entwicklung sind auch Energiefonds wie der Invesco GT Energy.

Und auch am Neuen Markt sorgt ein Energie-Titel für Bewegung: Der Börsengang des Windkraft-Spezialisten Repower beendet eine achtmonatige Durststrecke ohne Neuemissionen und könnte die lang ersehnte Trendwende einleiten.

Für John S. Segner ist Repower aber kein Thema. "Wir haben lediglich ein Prozent des Fondsvermögens in Titel der alternativen und erneuerbaren Energien investiert", erzählt der von Denver aus arbeitende Manager des Invesco GT Energy: "Und im Augenblick denken wir auch nicht daran, diese Position auszubauen." Einer der wenigen im Invesco-Fonds enthaltenen Titel aus diesem Bereich ist das US-Unternehmen Active Power, dessen Generatoren bei Stromausfall elektrische Energie liefern.

Seine Einstellung gegenüber den Erzeugern regenerativer Energie will Segner erst ändern, wenn diese Gesellschaften wirklich Geld verdienen und ordentliche Bilanzen vorweisen können: "Davon abgesehen haben die großen Öl-Unternehmen längst selbst ein starken Bein in diesem Bereich. Der Fonds ist also indirekt weitaus stärker in neuen Energien engagiert als es auf den ersten Blick den Anschein hat."

Seine Zurückhaltung erklärt Segner unter anderem auch mit seiner grundsätzlichen Anlage-Strategie. So hält er nämlich im Invesco GT Energy lediglich 30 bis 40 Titel und vertraut deshalb bevorzugt Titeln mit hoher Marktkapitalisierung.

Mit dem vergleichsweise niedrigen Volumen seines Fonds hat das aber wenig zu tun: In den USA nämlich betreut der studierte Ingenieur, der vor seinem Einstieg in die Investment-Branche unter anderem für Texaco arbeitete, mit dem bereits 1984 aufgelegten Invesco Energy Invest einen zehnmal so großen Fonds nach denselben Kriterien: "Eine starke Diversifizierung mindert zwar die Risiken, aber auch die Chancen."

In beiden Fonds setzt Segner fast ausschließlich auf heimische Werte: "Die USA sind nun einmal der wichtigste Energie-Markt der Welt." Und um wirtschaftlich weiter zu expandieren, benötige das Land nach wie vor preiswerte und zuverlässige Energiequellen. Dabei blieben Öl und Gas auf Jahre hinaus die wichtigsten Bausteine: "Seit über zehn Jahren haben die USA keine größere Raffinerie mehr gebaut, so dass die bestehenden Anlagen am Rande der Vollauslastung produzieren.

Hier besteht also Handlungsbedarf, und das bestimmt den langfristigen Wachstumstrend im Öl-Geschäft. Davon profitieren Raffinerien, Explora- tionsfirmen und auch Service-Gesellschaften." Noch stärker sei der langfristige Nachfragedruck am US-Gasmarkt: "Dabei ist Kaliforniens Dilemma nur ein besonders anschauliches Beispiel für die gesamte US-Situation."

Innerhalb des Energie-Sektors geht der Invesco-Manager nach dem Bottom up-Approach vor und konzentriert sich dabei auf vernünftig bewertete Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstum der Produktion und der Gewinne: "Ich würde nie eine Aktie kaufen, nur weil sie billig ist." Eine nicht unerhebliche Rolle neben Wachstum und Substanz spielt für Segner auch der Cash flow. Zudem müsse die Fähigkeit, Wachstum zu generieren, unabhängig von der Entwicklung der Rohstoffpreise sein.

In den kommenden zwölf Monaten erwartet Segner einen Ölpreis zwischen 20 und 28 Dollar - "allerdings eher an der oberen Schwelle dieses Korridors." Mit dieser Schätzung bewegt sich der Invesco-Manager in etwa auf dem von der Opec-Führung angestrebten Niveau von 22 bis 28 Dollar.

Zu seinen Favoriten gehört derzeit Murphy Oil, mit 5,1 Prozent die größte Position im Fonds. Das Unternehmen aus Arkansas fördert selbst Öl und betreibt zahlreiche Tankstellen, unter anderem auf den Parkplätzen von Walmart: "In den kommenden beiden Jahren erwarten wir einen Produktions- und Gewinnanstieg um 45 Prozent."

Langfristig gibt sich Segner von den Wachstumsaussichten der Branche absolut überzeugt: "In den nächsten fünf Jahren erwarte ich eine durchschnittliche Performance von zehn Prozent pro Jahr, und das ist auf jeden Fall mehr als der MSCI-World hergeben wird."

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