Ford zunehmend skeptisch
Opel stellt Gewinnwende in Frage

Der Rüsselsheimer Autobauer Opel sieht sich bei seiner Sanierung auf holpriger Wegstrecke. Die deutsche Tochter des weltgrößten Herstellers General Motors (GM) sieht es zunehmend als schwierig an, wie geplant im vierten Quartal 2003 in die Gewinnzone zurückzukehren.

Reuters FRANKFURT. Finanzvorstand Bernhard Lothschütz sagte der "Süddeutschen Zeitung", er wolle für das Erreichen der Gewinnschwelle "keine Garantie" mehr abgeben. "Wir nehmen im Moment nicht Abstand von unsere Zielen, es ist aber ein ganzes Stück schwieriger geworden", erläuterte ein Sprecher am Mittwoch dazu. Auch die Kölner Ford-Werke, die am Dienstag überraschend für 2002 einen deutlich höheren Verlust gemeldet hatten, schließen für das laufende Jahr erneut rote Zahlen nicht aus.

Hintergrund der wachsenden Zweifel ist bei beiden Firmen die schwache Autokonjunktur in Europa, die vor allem den Massenherstellern wie auch Volkswagen schwer zu schaffen macht. Opel will darauf mit weiteren Einsaprungen reagieren: "Wir prüfen die ein oder andere zusätzliche Maßnahme", sagte der Opel-Sprecher. Ob dazu auch ein weiterer Abbau der derzeit rund 34 000 Arbeitsplätze gehöre, könne er nicht sagen. "Wir haben uns zu 2004 noch nicht geäußert." Opel hatte nach hohen operativen Verlusten im Jahr 2001 den Sanierungsplan "Olympia" aufgelegt, der unter anderem einen Abbau von 2500 Stellen und die Rückkehr in die schwarzen Zahlen bis Ende 2003 vorsah.

Der westeuropäische Automarkt präsentiere sich anhaltend schwach, was den Turnaround-Plan belaste, erklärte Opel die Skepsis. Die Hoffnung aufgegeben habe man aber noch nicht. Opel werde alles tun, um die Ertragsziele zu erreichen. "Das ist de facto keine Gewinnwarnung", fügte der Sprecher hinzu.

Autobauer leiden unter Konsumflaute

Vor allem die Hersteller großer Stückzahlen für breite Käuferschichten wie VW, Opel und Ford leiden unter der Konsumflaute in Deutschland. Erst im Mai stiegen die Absatzzahlen erstmals seit Jahresbeginn wieder um sechs Prozent an. Volkswagen hielt den Absatz bis einschließlich Mai nur wegen der Zuwächse im Ausland stabil, in Deutschland gingen die Neuzulassungen um 1,4 % auf 247 500 Einheiten zurück. Der Wolfsburger Konzern rechnet 2003 mit einem Gewinnrückgang. Opel setzte zwar gegen den Trend in den ersten fünf Monaten mit 149 900 Fahrzeugen 8,8 % mehr ab als vor einem Jahr, konnte die drastischen Einbußen der vergangenen Jahr aber noch längst nicht wett machen. "Der Trend ist in Ordnung", sagte der Sprecher. "Doch unsere Pläne sind ehrgeiziger."

Bei Ford brach der Absatz sogar um 7,3 % auf 108 700 Pkw ein. Die Kölner Ford-Werke hatte 2002 ihr Ziel verfehlt, das Ergebnis ausgeglichen zu gestalten. Stattdessen hatte sich der Fehlbetrag auf 340 Mill. von 80 Mill. ? ein Jahr zuvor mehr als vervierfacht. "Durch das extrem schwierige Umfeld der Automobilindustrie ist es uns im Jahr 2002 nicht gelungen, die gesteckten Ergebnisziele zu erreichen", hatte Vorstandschef Bernhard Mattes die Negativbilanz begründet.

Wegen des unsicheren Konjunkturumfeldes gab Ford für 2003 keine Ergebnisprognose mehr ab. Firmensprecher Wolfgang Riecke konnte einen erneuten Verlust bei der Tochter des US-Konzerns Ford allerdings nicht ausschließen. 2003 sollten weitere 400 Mill. Dollar eingespart werden. Ein Abbau von Arbeitsplätzen sei aber nicht vorgesehen.

Auf ihrem Heimatmarkt werden Ford und General Motors seit Monaten zudem von einer Rabattschlacht gebeutelt. Wie auch die Nummer drei auf dem Markt, Chrysler, versuchen sie der Kaufunlust der Verbraucher in den USA mit hohen Preisnachlässen und Nullzins-Finanzierungen zu begegnen. Das drückt allerdings drastisch auf die Erträge.

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