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Forderung Al Gores lässt Ölpreis sinken

Reuters LONDON. Die Forderung von US-Vizepräsident Al Gore nach Freigabe von Öl aus der strategischen Reserve der USA hat am Donnerstag die Ölpreise sinken lassen.

Gore, der bei den Wahlen im November für das Amt des US-Präsidenten kandidiert, hatte Präsident Bill Clinton aufgefordert, Öl aus der strategischen Reserve in mehreren Schritten freizugeben. Dabei sollten nach den Vorstellungen Gores jeweils fünf Millionen Barrel Rohöl abgegeben werden, um die hohen Preise zu drücken und die Versorgung mit Heizöl im Winter zu sichern. Die USA hatten wegen der Erfahrungen aus den vorangegangenen Ölkrisen eine strategische Reserve von 571 Millionen Barrel Rohöl angelegt.

An der Londoner Warenterminbörse International Petroleum Exchange (IPE) wurde ein Barrel der marktführenden Sorte Brent zur Lieferung im November am späten Nachmittag mit 32,71 Dollar gehandelt nach 33,74 Dollar am Vorabend. Brent bewegte sich damit mehr als zwei Dollar unter dem kürzlich erreichten Zehn-Jahreshoch von 34,98 Dollar. Branchenexperten sehen darin aber noch keine Entspannung. Die Faktoren, die die Preise allein seit Anfang September um vier Dollar je Barrel (159 Liter) hätten steigen lassen, wirkten weiter. Weltbankpräsident James Wolfensohn warnte indessen vor Wachstumsverlusten bei anhaltend hohen Ölpreisen.

Weltbank-Chef Wolfensohn warnte unterdessen vor Wachstumsverlusten angesichts des hohen Ölpreises. "An einem Preis von mehr als 30 Dollar (je Barrel = 159 Liter) ist niemand interessiert", sagte Wolfensohn am Donnerstag im Vorfeld der Jahrestagung von Internationalem Währungsfond (IWF) und Weltbank in Prag. Durch die hohen Ölpreise könnte sich das Wachstum in den Entwicklungsländern um bis zu 0,75 Prozentpunkte abschwächen. Sollten die Entwicklungsländer stark von importiertem Öl abhängen, könnte der Wachstumsverlust sogar einen Prozentpunkt erreichen. Sollte der Preis über 30 Dollar bleiben, wird dies auch die Industrieländer beeinflussen", sagte Wolfensohn. Der IWF hatte bereits während der vergangenen Tage gewarnt, das Wachstum der Weltwirtschaft könnte wegen des hohen Ölpreises abgebremst werden. "Statt 4,25 (Prozent) erwarten wir 3,75 (Prozent), hatte IWF-Chefvolkswirt Michael Mussa gesagt.

Saudi-Arabien und auch Opec-Generalsekretär Rilwanu Lukman kündigten während der letzten Tage an, das Ölkartell werde notfalls schon vor dem nächsten Ministertreffen am 12. November mehr exportieren, wenn dies erforderlich sein sollte. Allerdings hatten sie für die hohen Preise auch Engpässe bei den US-Raffinerien, Spekulationen an den Ölmärkten und die hohen Verbrauchssteuern in den Konsumentenländern verantwortlich gemacht.

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