Forderung nach Bodentruppen
Bush wegen geringen Erfolgs unter Druck

Angesichts steigender Opferzahlen unter der afghanischen Zivilbevölkerung und des bisher zweifelhaften Erfolgs der dreiwöchigen Luftangriffe gerät US-Präsident George W. Bush in den USA zunehmend unter Druck.

afp WASHINGTON/KABUL. Führende Abgeordnete des Kongresses forderten am Sonntag in Washington eine umfassende Bodentruppen-Offensive der US-Armee. Der Stabschef des Weißen Hauses, Andrew Card, bat erneut um Geduld für die Militäraktion. Die Tageszeitung "USA Today" berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Pentagon-Mitarbeiter, die Einrichtung einer Basis für bis zu 600 US-Soldaten im Norden Afghanistans stehe bevor.

Der republikanische Senator John McCain forderte im Fersehsender CBS den Einsatz von US-Bodentruppen. Zumindest für kurze Zeit müsse in Afghanistan eine Basis am Boden geschaffen werden, von der die Soldaten ausschwärmen könnten. Nur so sei es möglich, die Zellen des El-Kaida-Netzwerks zu zerschlagen. Auch der Wortführer der demokratischen Minderheit im US-Repräsentantenhaus, Richard Gephardt, unterstützte den Vorstoß. Ohne die Entsendung weiterer Bodentruppen könne der mutmaßliche Terroristenführer Osama bin Laden nicht gefasst werden, unterstrich er.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld betonte im Fernsehsender ABC, er lehne den Einsatz von Bodentruppen nicht grundsätzlich ab; die Veröffentlichung von Einzelheiten sei jedoch "nicht klug". Rumsfeld und der britische Außenminister Jack Straw verteidigten den bisherigen Verlauf der Militäraktion. "Wir glauben, dass die Luftangriffe ein Erfolg waren", sagte Rumsfeld. Straw betonte, nach der Zerstörung der Taliban-Luftabwehr sei es nun möglich, Bodentruppen in den Kampf zu schicken. Der Stabschef des Weißen Hauses Card sagte im Fernsehsender NBC, die USA führten einen "langen Krieg an vielen Fronten". Die Zerschlagung des Terroristen-Netzwerkes könne Jahre dauern.

"USA Today" berichtete am Montag unter Berufung auf einen Pentagon-Experten, die US-Armee werde möglicherweise schon bald im von der Nordallianz kontrollierten Norden eine Basis zur Unterstützung von bis zu 300 Kommandoeinheiten einrichten. Bis zu 600 Soldaten sollten dort für Logistik und Sicherheit sorgen. Die Basis könne auch für als Ausgangspunkt für weitere Luftangriffe genutzt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%