Forderung nach günstigen Internet-Pauschaltarifen
AOL Deutschland-Chef: Telekom behindert Wettbewerb im Internet

dpa MÜNCHEN. Der Onlinedienst AOL hat im Streit mit der Deutschen Telekom seine Forderung nach günstigen Internetpauschaltarifen bekräftigt. Zugleich warf Uwe Heddendorp, Chef der deutschen Tochter des weltgrößten Online-Dienstleisters American Online (AOL), der Telekom vor, den Wettbewerb zu behindern und die Kosten des Internetzugangs für die Nutzer künstlich hoch zu halten. Die Telekom wies die Vorwürfe als unbegründet zurück.

Die derzeitige Großhandelspauschale (Flatrate) der Telekom für Onlinedienste sei nur ein Scheinangebot, kritisierte Heddendorp. Sie gelte lediglich vom Nutzer bis zur nächsten Teilnehmer- Vermittlungsstelle. Der Weg zur übergeordneten regionalen Vermittlungsstelle, den die Online-Dienstleister bezahlen, werde hingegen weiterhin im Minutentakt abgerechnet. Dies führe zu einer unverhältnismäßigen Verteuerung. Heddendorp war der Telekom vor, die Wettbewerber zu Gunsten ihres Tochterunternehmens T-Online zu benachteiligen.

"Unser Ziel ist es, Endkunden eine Monatspauschale von unter 50 DM anzubieten", sagte der AOL-Manager am Montagabend in München. Dafür müsse die Telekom, der laut Heddendorp 98,7 % der so genannten "letzten Meile" (Ortsnetz) gehören, auch Online-Dienstleistern echte Flatrates anbieten. Derzeit beliefen sich die Monatspauschalen für ISDN bei AOL auf 78 DM und bei T-Online auf 79 DM. Beide bezeichnen das Angebot aber als nicht profitabel.

Ein Telekom-Sprecher warf Heddendorp im Gegenzug "mangelnde unternehmerische Kreativität" vor. Ein guter Unternehmer könne eine Monatspauschale von unter 50 DM schon heute anbieten, sagte er. Schließlich habe die Telekom den Providern Ende 2000 einen Pauschaltarif von 4 800 DM pro Monat für einen Anschluss mit 30 Kanälen angeboten. Wenn diese mehrmals belegt würden, seien günstige Flatrates möglich. Der Vorwurf, die Telekom würde die Aufforderung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post missachten, sei falsch, sagte der Sprecher. Die Regulierungsbehörde hatte die Telekom aufgefordert, den Onlinediensten ab Anfang Februar eine Flatrate anzubieten.

Die AOL Deutschland GmbH (Hamburg) nimmt am deutschen Markt den zweiten Platz nach T-Online ein. Im Dezember erreichte AOL den Angaben zufolge 5,7 Mill. Nutzer. Nach Brancheninformationen hatte AOL in Deutschland zuletzt rund zwei Mill. Kunden, T-Online 6,5 Mill.

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