Forderung nach mehr Komepetenz
Nida-Rümelin lobt die Arbeit seines Vorgängers

Der designierte Kultur-Staatsminister Julian Nida-Rümelin hat die Arbeit seines Vorgängers Michael Naumann als richtungsweisend gelobt. Naumann habe in dem neu geschaffenen Amt "eine Spur gesetzt, die die Kunst zu einem nationalen Thema gemacht hat", sagte Nida-Rümelin am Donnerstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Naumann und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in Berlin.

afp/dpa BERLIN/HAMBURG. Schröder bekundete für den Rücktritt seines Staatsministers "viel Verständnis". Für jemanden, der lange als Journalist gearbeitet habe, sei es ein "Traumjob", Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit" zu werden. Die Zusammenarbeit mit Naumann in der Bundesregierung bezeichnete Schröder als "fruchtbar" und "sehr freundschaftlich". Der Wechsel soll nach den Worten des Bundeskanzlers zum Jahresbeginn erfolgen.

Naumann versicherte, als politischer Quereinsteiger habe er "nur positive Erfahrungen" gemacht. Seinen Rückzug aus dem Kabinett bedauere er außerordentlich, weil er dort "sehr glücklich" gewesen sei. Erfolge wie den Erwerb der Berggruen-Sammlung für Berlin habe er auch der guten Zusammenarbeit mit Schröder zu verdanken.

Mehr Kompetenz für das Kulturstaatsministeramt

Das Amt des Kultur-Staatsministers sollte nach Ansicht des SPD-Kulturpolitikers Waldemar Ritter künftig mehr Kompetenzen erhalten. Ritter, der über zwei Jahrzehnte für die innerdeutsche Kulturpolitik des Bundes verantwortlich war, plädierte am Donnerstag dafür, den Kulturbereich zu stärken, indem ein "Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur" geschaffen werde. "Das gäbe Sinn, dann hätte der Minister auch größere Wirkungsmöglichkeiten", sagte Ritter.

Der Rücktritt von Kultur-Staatsminister Michael Naumann (SPD) könne nicht verdecken, dass Reformen notwendig seien, gerade in der deutschen Kulturpolitik. "Wenn 15 Mrd. DM aus den UMTS-Versteigerungen für alle möglichen Ziele und Subventionen zur Verfügung gestellt werden und für die Kultur davon nicht eine DM - dann stimmt etwas nicht in unserem Land." Dem neuen Minister sei zu wünschen, dass sich dies Grundlegend ändere.

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