Forderungsausfälle belasten
Telekom halbiert das Festnetz-Ergebnis

Die Deutsche Telekom ist im ersten Quartal dieses Jahres bei Umsatz und Gewinn unter den Erwartungen der Analysten geblieben. Ausgerechnet die umsatzstärkste Konzernsparte der Festnetzaktivitäten - T-Com - halbierte den Gewinn.

Reuters BONN. Der größte europäische Telekommunikationskonzern teilte am Mittwoch in Bonn mit, das operative Ergebnis Ebitda (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro gestiegen. Von Reuters befragte Analysten hatten hingegen im Durchschnitt mit einem Ebitda in Höhe von 3,918 Milliarden Euro gerechnet.

Der Quartalsumsatz blieb mit 12,8 Milliarden Euro unter dem vorläufigen Erlösvolumen von 12,9 Milliarden Euro, dass die Telekom auf der Bilanzpressekonferenz Mitte April genannt hatte. Im Vorjahresvergleich stieg der Umsatz damit vor allem durch Zukäufe im Festnetz- und Mobilfunkgeschäft.

Der Konzernfehlbetrag weitete sich im ersten Vierteljahr 2002 deutlich auf 1,8 Milliarden Euro aus, nachdem im Vorjahresquartal der Verlust 358 Millionen Euro betragen hatte. Ohne Berücksichtigung von Abschreibungen auf Beteiligungsvermögen und das Finanzanlagevermögen belief sich der Fehlbetrag auf 1,4 Milliarden Euro. Auch im Gesamtjahr sei mit einem Netto-Verlust zu rechnen, bekräftigte die Telekom jüngste Aussagen.

Deutlich unter dem Vorjahresergebnis blieb die umsatzstärkste Konzernsparte T-Com, die vor allem die nationalen und internationalen Festnetzaktivitäten des Konzerns umfasst. Der Vorsteuergewinn sank danach auf 694 Millionen Euro von 1,322 Milliarden Euro im Vorjahresquartal, obwohl der Spartenumsatz mit 7,44 Milliarden Euro knapp unter Vorjahresniveau lag. Als Ursache nannte die Telekom unter anderem Preissenkungen bei Zusammenschaltungen mit Netzen anderer Anbieter und den Verkauf von zwei regionalen TV-Kabelnetzen.

Auf das operative Ergebnis Ebitda durchgeschlagen hätten Forderungsausfälle, hieß es. Das operative Ergebnis im Festnetzgeschäft blieb mit 2,467 Milliarden Euro 214 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert.

Analysten hatten den Geschäftseinbruch in der dominierenden Konzernsparte nach entsprechenden Signalen des Unternehmens erwartet. An den Börsen waren die Aktien der Telekom deshalb in den vergangenen Wochen bereits unter Druck geraten und auf die tiefsten Notizen seit dem Börsengang vor rund fünfeinhalb Jahren gefallen.

Nach der Veröffentlichung der jüngsten Geschäftszahlen gaben die Telekom-Aktien am Mittwoch in einem behaupteten Gesamtmarkt erneut knapp vier Prozent auf 12,58 Euro ab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%