Form des Engagements an Werk in Frankfurt/Oder noch unklar
Intel will sich stärker an neuer Chipfabrik beteiligen

Der weltgrößte Chiphersteller Intel will sich stärker als bislang vorgesehen an dem in Frankfurt/Oder geplanten Chipwerk beteiligen. Das bestätigte der Geschäftsführer der Intel GmbH in München, Günther Jünger, dem Handelsblatt.

bag HB BERLIN. Unklar ist jedoch, in welcher Form das geschehen soll. Meldungen über eine höhere Beteiligung an der Betreiberfirma Communicant bezeichnete zumindest deren Vorstandsmitglied Dirk Obermann als "Ente".

Bislang will Intel neben seiner Technologie 40 Mill. $ in das 3,15 Mrd. DM-Projekt in Brandenburg investieren. Keinesfalls werde man zum Jahresende auszusteigen, wie es der Vertrag ermögliche, sagte Jünger. Theoretisch könnte der US-Konzern dann auch die für Intel so interessante Technologie des ebenfalls an Communicant beteiligten staatseigenen Frankfurter Instituts für Halbleiterphysik (IHP) "mitnehmen". Das sei aber "kein Thema". Weil das Projekt für Intel von "langfristiger, strategischer Bedeutung" sei, habe man jetzt Vorschläge gemacht, das Ganze "positiv weiter zu machen". Die Gespräche liefen aber noch.

Die IHP-Technologie ermöglicht den Bau deutlich kleinerer Chips für die drahtlose Kommunikation. Um an sie heran zu kommen, hatte Intel erstmals seine eigene Technologie nach außen gegeben. Das Werk ist bereits im Bau, 2003 soll die Produktion starten.

Hintergrund für die Bereitschaft Intels, sich stärker zu engagieren, dürfte die schwierige Suche nach anderen Investoren sein. Größter Investor ist das Emirat Dubai mit 250 Mill. $. Über das Ergebnis der jüngsten Gespräche mit dem Emirat werde man frühestens nächste Woche Auskunft geben. Urspünglich sollte das Eigenkapital die Hälfte der Investition decken, mittlerweile haben die Chip-Bauer die Marke auf ein Drittel reduziert.

Teil der Kalkulation sind daneben öffentliche Zuschüsse in Höhe von rund 300 Mill. $. Diese müssen jedoch von Brüssel genehmigt werden. Zuletzt hatte die EU zu den geplanten Beihilfen für das Dresdner Infineon-Chipwerk überraschend ein Hauptprüfverfahren eröffnet. Zudem plant die EU, vor allem umfangreiche Investitionszuschüsse generell drastisch zu beschneiden. Dagegen hatte zuletzt der deutsche Bundeskanzler den Widerstand Deutschlands angekündigt.

Der größten Teil der Investitionen für das Frankfurter Chipwerk soll über Kredite finanziert werden. Dafür ist eine Bund-Länder-Bürgschaft nötig, die ebenfalls noch nicht sicher ist. Das Antragsverfahren laufe, hieß es bei Intel. Um eine erste Zahlung aus Dubai abzusichern, hatte das Land Brandenburg bereits eine Bürgschaft von 75 Mill. DM übernommen.

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