Formel 1 für Getränkekonzern kein Neuland
Ein Stall für den Bullen

Dietrich Mateschitz ist im Formel-1-Himmel angekommen. Mit dem Kauf von Jaguar erfüllt sich für den Boss von Red Bull der Traum vom eigenen Rennstall.

DEABORN/WIEN. Es ist perfekt. Was am Sonntag noch von den Dächern der Formel-1-Rennställe gepfiffen wurde, hat die Ford Motor Company in Dearborn/USA gestern bestätigt. Der Motorenlieferant hat nach seinem Rückzug aus der Königsklasse Käufer für das Grand-Prix-Team Jaguar und die Motorenschmiede Cosworth gefunden. Während die Eigner der amerikanische Champ-Car-World-Series Kevin Kalkhoven und Gerald Forsythe Cosworth übernehmen, wird Dietrich Mateschitz, Firmenchef des österreichischen Getränkeherstellers Red Bull, neuer Besitzer von Jaguar Racing.

"Ich finde es super", kommentierte Niki Lauda in der "ORF 1"-Sendung "Sport am Sonntag" den Deal von "Didi", wie der ehemalige Formel-1-Rennfahrer den Getränke-Boss nennt. "Jetzt haben wir endlich nach Walter Wolfs Team wieder einen österreichischen Rennstall."

Für lediglich eine Million Dollar soll Mateschitz den Rennstall aus Milton Keynes gekauft haben. Dafür garantiert er Ford, dass alle 350 Mitarbeiter für mindestens drei Jahre an Bord bleiben. Das vermeintliche Schnäppchen erspart dem amerikanischen Unternehmen viele Millionen, die es bei einer Auflösung der Verträge den Angestellten als Abfindung hätte zahlen müssen. So verpflichtet sich der Österreicher zu jährlich rund elf Millionen Dollar Personalkosten. Insgesamt sind für die drei Jahre 200 Millionen Dollar Investitionen eingeplant. Ford hatte bis zu seinem vor einigen Wochen verkündeten Ausstieg jährlich 120 Millionen Dollar investiert.

"Ich weiß, dass ihn dieses Thema seit langem beschäftigt", weiß Lauda. Bereits im Sommer hatte Ford eine erste Anfrage des Österreichers abgelehnt. Mit dem eigenen Rennstall erfüllt Mateschitz sich aber nicht nur den lang gehegten Traum, sondern bewahrt die Formel 1 vor dem Kuriosum, dass die Topteams hätten drei Autos einsetzen müssen, um das Starterfeld aufzufüllen. Dazu wären sie verpflichtet gewesen, wenn andere Teams ihren Start abgesagt hätten. Jetzt ist mit der Übernahme - kurz vor dem offiziellen Ende der Nennfrist für die Formel-1-Saison 2005 am kommenden Montag - die Teilnahme von wie bisher zehn Teams gesichert.

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