Formel 1
Häkkinen beendet Karriere

Bewegt hat Mika Häkkinen per Video seinen Rücktritt aus der Formel 1 verkündet.

HB HOCKENHEIM. Bewegt hat Mika Häkkinen per Video seinen Rücktritt aus der Formel 1 verkündet. "Jetzt ist es Zeit zum Aufhören", teilte der zweimalige Weltmeister am Freitag am Hockenheimring sein Karriereende nach zehn Jahren in der Königsklasse mit. "Ich möchte mein Kind aufwachsen sehen, ich will mit Erja und Hugo zusammen sein." Ebenso erwartet wie Häkkinens Ausstieg kam die offizielle Bestätigung des McLaren-Mercedes-Duos David Coulthard und Kimi Räikkönen für die kommende Saison. Test- und Ersatzpilot des britisch-deutschen Teams bleibt der Österreicher Alexander Wurz.

Gefühle zeigen

Häkkinens Botschaft war keine Überraschung, allenfalls die Form, in welcher er sich aus der Formel 1 verabschiedete: Von seinem malerischen Sommersitz Valkeala an einem finnischen See, umrahmt vom goldenen Abendlicht mit Ehefrau Erja und Söhnchen Hugo im Arm - ein teilweise rührseliges Bild von Familienidylle. "Das ist meine Art, es mitzuteilen. In einer Pressekonferenz hätte ich meine Gefühle nicht so gut rüberbringen können", sagte der 33-Jährige sichtlich gerührt.

Als härtester Konkurrent des inzwischen fünfmaligen Weltmeisters Michael Schumacher holte der McLaren-Mercedes-Star 1998 und 1999 zwei Mal den Titel in Folge und wurde 2000 Gesamtzweiter. Seine letzten zwei von insgesamt 20 Grand-Prix-Siegen glückten ihm in Silverstone und Indianapolis. "Diese beiden Rennen wollte ich unbedingt noch gewinnen. Das hat mir meine Entscheidung erleichtert", teilte er mit. 161 Rennen bestritt der "fliegende Finne". Nach zwei Lehrjahren im wenig konkurrenzfähigen Lotus verpflichtete ihn McLaren 1993 zunächst als Testfahrer.

Nach einem Jahr Pause die Entscheidung

Seinen Teamchef Ron Dennis unterrichtete der ruhige, sympathische Nordländer erstmals im Mai 2001 in Monaco über seine Rücktrittspläne. "Ron riet mir von einer vorschnellen Entscheidung ab und schlug ein Jahr Pause vor." Diesem Rat folgend, nahm Häkkinen für diese Saison eine Auszeit. Das britisch-deutsche Team verpflichtete seinen jungen Landsmann Räikkönen für angeblich 20 Millionen Dollar Ablöse von Sauber als Nachfolger.

Je länger Häkkinen das Familienleben genießen konnte, um so mehr Abstand gewann er zum Grand-Prix-Stress. In diesem Jahr tauchte er nur einmal bei seinem ehemaligen Heimrennen an seinem Wohnort Monaco auf. Das Angebot, wieder für McLaren zu fahren, reizte ihn nicht mehr. Eine Rolle spielte auch sein lebensgefährlicher Unfall 1995 im Training zum Großen Preis von Australien. "Es wäre nicht richtig, das Glück weiter zu strapazieren", erinnerte er daran. Nach 161 Rennen und einem Jahr "Babypause" ist jetzt endgültig Schluss. "Ich gehe jetzt in die Sauna, Schwimmen und genieße das Leben", sagte Häkkinen mit einem Lächeln Goodbye. "Danke. Ich werde euch vermissen."

"Dienstältestes Fahrerduo"

Coulthard erinnerte mit etwas Wehmut an seine Partnerschaft mit Häkkinen: "Wir waren das dienstälteste Fahrerduo", sagte der Schotte. "Ich wünsche meinem alten Teamkollegen einen glücklichen Ruhestand mit seiner Familie." Zuvor hatte McLaren-Mercedes ihn und Räikkönen für die kommende Saison bestätigt. Zur Vertragsdauer wollte Dennis nichts mitteilen. "Beide Fahrer sind in der Lage Rennen zu gewinnen und Weltmeister zu werden, wenn wir ihnen das Material geben", sagte der Brite. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug meinte: "Das Rennen in Magny-Cours hat gezeigt, wie konkurrenzfähig wir sind. Ich freue mich auf die Fortsetzung der Arbeit unseres Teams."

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