Formel-1-Rennen in Malaysia
Gerangel um die Brosamen des Spitzentrios

Wer bei der Dreier-Wette in der Formel 1 auf die üblichen Sieg-Verdächtigen gesetzt hat - Ferrari, BMW-Williams, McLaren-Mercedes - der durfte sich auch beim Saisonstart in Melbourne wieder zum Totalisator begeben. Beim Großen Preis von Malaysia am Sonntag in Sepang dürfte das Spitzentrio ebenfalls dominieren. Spannung verspricht hingegen die Frage, ob der Erfolg der Glücksritter Jaguar, Toyota und Minardi, die in Australien hinter den Großen Drei in die Wertung rutschten, mehr war als eine Eintagsfliege.

ebr KUALA LUMPUR. Die drei Punkte, die Jaguar Racing vor zwei Wochen holte, können die hausgemachten Probleme kaum übertünchen. Teamchef Niki Lauda hält den Rennwagentyp R3 für nahezu unfahrbar, weshalb Designer Steve Nichols bereits seine Sachen packen musste. Bewährt sich die Neukonstruktion in Sepang nicht, will Lauda künftig mit dem Gebrauchtwagen aus dem Vorjahr antreten, bis Mitte April der ersehnte neue Motor kommt.

Die beiden Zähler von Formel-1-Debütant Mark Webber haben das Minardi-Team umgerechnet etwa fünf Millionen Dollar aus dem Jahresetat gekostet. Zum Saisonende können sie aber Gold wert sein, denn nur an die Top Ten zahlt Grand-Prix-Zampano Bernie Ecclestone Preisgelder und Reisekostenzuschüsse, der Elfte geht leer aus. In Kuala Lumpur, wo das meiste Sponsorgeld des Multi-Kulti-Rennstalls herkommt, zieht die Minardi-Crew erstmals mit hoch erhobenem Haupt ins Fahrerlager ein, doch Webber weiß, dass es sehr schwer werden wird, den Erfolg von Melbourne zu wiederholen.

Auch das vor den Toren von Köln stationierte Toyota-Team, das in Australien gleich im allerersten Formel-1-Rennen der Firmengeschichte einen Punktgewinn feiern konnte, gibt sich weiter bescheiden: "Wir dürfen diesmal nicht zu viel erwarten und uns in Malaysia nicht zu sehr selbst unter Druck setzen", mahnt der Sportchef des Konzerns, Jan-Ove Andersson. "Beide Autos ins Ziel zu bringen wäre schon ein Fortschritt für die ganze Mannschaft."

Die Pläne des Hühnermillionärs Charles Nickerson, mit der Konkursmasse des Prost-Rennstalls die letzten beiden freien Startplätze im Rennzirkus einzunehmen, können dagegen frühestens Ende März beim brasilianischen Grand Prix verwirklicht werden - wenn überhaupt. Bisher will Ecclestone den Briten, der mit Arrows-Teamchef Tom Walkinshaw bereits einen technischen Berater und mit dem Argentinier Gaston Mazzacane und dem Tschechen Tomas Enge zwei Piloten verpflichtet hat, noch nicht als Prost-Erben akzeptieren. Auf jeden Fall erhält Nickerson, den viele für einen Strohmann halten, kein Prost-Preisgeld aus dem Vorjahr. Stattdessen muss er die übliche Bürgschaft von etwa 50 Millionen Euro für die Starterlaubnis hinterlegen. Angeblich soll Nickerson am Wochenende in Malaysia auftauchen. Auch vor diesem Hintergrund dürfte es ein spannender Grand Prix werden.

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