Formel 1
Sarah Fischer fährt "Silberpfeil"

Mit Frauen-Power im Kampf gegen die Langeweile: Während es für die Formel-1-Piloten auf einer der wichtigsten Motorsport-Bühnen der Welt nur noch um Kleinigkeiten geht, fiebert die US-Rennfahrerin Sarah Fischer ihrem großen Auftritt entgegen.

HB/dpa INDIANAPOLIS.Zwei Tage vor dem USA-Grand-Prix am Sonntag in Indianapolis fährt die 21-jährige Lokalmatadorin einige Runden im "Silberpfeil" und damit als erste Frau seit der Italienerin Giovanna Amati vor zehn Jahren an diesem Freitag einen Formel-1- Wagen. "Eine solche Gelegenheit ist äußerst selten. Ich hoffe», rührt die schnelle Dame aus der Indy Racing League die Werbetrommel, «dass damit die Formel 1 in den USA noch populärer wird."

Auf dem legendären Oval kann Schumacher-Teamkollege Rubens Barrichello (Brasilien) schon mit einem vierten Platz die Vize-WM einfahren und für den totalen Ferrari-Triumph sorgen. Im vorletzten Saison-Rennen will Williams-BMW (86 Punkte) mit einem dritten Rang durch Juan-Pablo Montoya (Kolumbien) oder Ralf Schumacher den Vize- Titel in der Konstrukteurs-Wertung unter Dach und Fach bringen und erstmals den großen Rivalen McLaren-Mercedes (57) überholen. Im Kampf um den wichtigen fünften Platz in der Team-Wertung feiert Heinz - Harald Frentzen ein frühzeitiges Comeback im Sauber-Petronas (11) und soll zusammen mit Nick Heidfeld den Rivalen Jaguar (8) auf Distanz halten.

In Übersee sucht die Königsklasse vor allem wegen der mangelnden Dramatik nach Anerkennung. Doch auch auf dem alten Kontinent ist in Sachen Formel 1 längst nicht mehr alles Gold, was glänzt. Die Einschaltquoten im Fernsehen sinken, das vorletzte Saison-Rennen zur besten TV-Sendezeit wird zum Gradmesser. Um das Interesse auch in Zukunft wach zu halten, lässt der große Boss Bernie Ecclestone bereits neue Rennstrecken in fernen Ländern bauen. Frauen als Fahrerinnen kämen da dem Briten genauso recht wie neue Gewinner- Typen.

Seriensieger Michael Schumacher ficht das nicht an: "Wir müssen kämpfen für unsere Siege. Wir gewinnen nicht nach Belieben, im Vorbeifahren quasi. Ich bin kein einziges Mal in dieser Saison im Bewusstsein zu einem Rennen gefahren, dass wir sowieso siegen würden. Und das erst wäre doch wirkliche Dominanz." Im Motorsport-Mekka der Amerikaner steuert der fünfmalige Weltmeister im 16. Saisonrennen seinen 11. Sieg an. Doch der US-Fan gibt sich betont lässig: "Der International Motor Speedway ist in der Geschichte des Motorsports berühmt, aber der Kurs, auf dem das Formel-1-Rennen stattfindet, stellt keine wirkliche Herausforderung dar."

Zum dritten Mal gastiert der Grand-Prix-Zirkus auf dem eigens umgebauten 4,076 Kilometer langen Kurs. Ins Innere des Ovals wurde eine kurvenreiche Strecke eingefügt. Gut die Hälfte der Rennbahn führt jedoch über die legendäre Schrägstrecke. Etwa 23 Sekunden fahren die Piloten auf dem 1822 Meter langen Oval-Teilstück mit Vollgas. "Der lange Vollgas-Anteil in der Steilwand-Kurve kommt unserem Motor entgegen, allerdings wird es sehr schwer werden, den Kompromiss zu dem winkligen Infield zu finden", sagt Ralf Schumacher. Obwohl sein Teamkollegen Montoya die Indy 500 gewonnen hat, ging Williams-BMW in den USA in der Formel 1 bislang leer aus.

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