Formel für afghanischen Übergangsrat gefunden
Afghanistan-Konferenz erzielt Durchbruch

Mit der Teileinigung auf eine gemeinsame Übergangsverwaltung hat die Afghanistan-Konferenz bei Bonn einen wichtigen Durchbruch erzielt. Die in Kabul regierende Nordallianz verständigte sich am Donnerstag auf ein Gremium von 42 Personen, das bis zum afghanischen Neujahrsfest am 21. März kommenden Jahres die Regierungsverantwortung übernehmen soll, wie ein Berater der Nordallianz-Delegation mitteilte.

ap KÖNIGSWINTER. Die genaue Zusammensetzung des Gremiums sei noch Gegenstand von Verhandlungen, die bis Donnerstagabend abgeschlossen werden sollten, sagte Mohammad Hussein Bachschi, ein Berater des Nordallianz-Delegierten Natiki. Es sei vorgesehen, dass die Nordallianz und die Exilgruppe des früheren Königs Mohammed Sahir Schah jeweils 21 Mitglieder stellten. Es sei aber auch eine Mitwirkung der beiden kleineren Exilgruppen aus Zypern und der pakistanischen Stadt Peshawar im Übergangsrat vorgesehen. Für die Peshawar-Gruppe bestätigte deren Delegationsmitglied Fatima Gailani, dass eine Einigung auf den Übergangsrat erzielt worden sei. Die personelle Zusammensetzung solle bis zum Abend beschlossen werden.

"Dies ist ein wichtiger Durchbruch", erklärte Bachschi. Damit seien die Verhandlungen entscheidend vorangekommen. UN-Sprecher Ahmad Fausi konnte die Vereinbarung zunächst nicht bestätigen. Die Teileinigung ist Ergebnis von Gesprächen zwischen den Delegationen, die bis in die Nacht zum Donnerstag hinein geführt wurden. Der Übergangsrat soll statt der jetzt faktisch allein regierenden Nordallianz die politische Verantwortung für Afghanistan übernehmen und bis März eine Große Ratsversammlung (Loja Dschirga) mit Vertretern aller Bevölkerungsgruppen einberufen. Noch nicht geklärt ist die Frage, wie die politische Neuordnung militärisch abgesichert werden soll. Hier hat die Nordallianz noch erhebliche Vorbehalte gegen eine multinationale Friedenstruppe und will die Sicherheit mit afghanischen Kräften gewährleisten.

In Washington sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan, eine Interimsverwaltung mit breiter Unterstützung sei eine Bedingung für die von der internationalen Gemeinschaft in Aussicht gestellte Wiederaufbauhilfe. Nach einem Treffen mit US-Außenminister Colin Powell forderte Annan die Teilnehmer der Afghanistan-Konferenz auf, im Interesse der Bevölkerung ihres Landes die für einen Abschluss erforderliche Führungskraft zu entwickeln.

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