Formtief
Paris ist für Kiefer keine Reise wert

Nicolas Kiefer wird seinen Erstrunden- Fluch einfach nicht los und ist bei den French Open nach einem desolaten Kurzauftritt schon wieder kläglich gescheitert.

dpa PARIS. Adieu Paris: Der 24 Jahre alte Tennis-Profi aus dem niedersächsischen Holzminden schied am Montag mit 3:6, 0:6, 4:6 gegen den Spanier Alex Calatrava sang- und klanglos aus. Kiefer, für den die Sandplatz- Saison gelaufen ist, war nach dem Debakel auch mit seinem Latein am Ende. "Ich glaube, dazu kann man nicht viel sagen", meinte "Kiwi" völlig niedergeschlagen, "wenn man so viele Fehler macht, kann man nicht gewinnen."

Für den früheren Weltranglisten-Vierten ist die neunte Auftakt- Niederlage in diesem Jahr doppelt bitter: Denn nach dem zweiten Grand-Slam-Turnier der Saison wird sich der Niedersachse im Champions Race 2002 sogar aus den Top 100 verabschieden. Mut macht sich Kiefer in dieser Seuchen-Saison nur selber, von der Hilfe durch einen Mentaltrainer will er nichts wissen: "Ich habe keinen Zweifel, dass es irgendwann wieder besser wird."

Das hoffen auch Anca Barna (Heidelberg) und Bianka Lamade (Pforzheim), die ebenfalls die 1. Runde in Roland Garros nicht überstanden. Lamade hatte mit Venus Williams (USA) das schwerste Los der 14 Deutschen im Hauptfeld gezogen, nutzte aber ihre wenigen Chancen nicht konsequent und wurde von der in Paris an Nummer 2 gesetzten Olympiasiegerin mit 6:3, 6:3 unter Wert geschlagen. Nach 65 Minuten war das Match vorbei. Fünf Minuten länger dauerte der zweite Satz im Duell zwischen Barna und der Indonesierin Wynne Prakusya. Doch die 25 Jahre alte Deutsche verlor den Spielfaden, dann die Nerven - und schließlich das Match mit 6:1, 5:7, 1:6.

Kiefer war in den bisherigen drei Begegnungen mit dem in Köln geborenen Spanier jeweils als Sieger vom Platz gegangen - im vierten Anlauf drehte der 28 Jahre alte Calatrava den Spieß um. Auch die halbstündige Regenpause rettete "Kiwi" nicht. Im Gegenteil: Der Deutsche gab vor und nach der Unterbrechung sein Service ab und gewann kein Spiel. 0:6 nach 20 Minuten - der Anfang vom Ende. Auch die ersten beiden Spiele des dritten Satzes verlor er.

Dabei hatte Kiefer, der seit Monaten von der Rolle ist und seiner Form nur hinterher läuft, schon Böses geahnt. "Mein Gott, schon wieder ein Spanier", stöhnte er nach der Auslosung, "die wissen, wie man auf Sand spielt. Ich hab's noch nicht ganz so raus." In der Tat. Für Kiefer war es im 20. Match des Jahres bereits die 16. Niederlage. Sein Daviscup-Kollege Thomas Haas wollte es anschließend besser machen. Obwohl in Paris an Nummer 3 gesetzt, musste der in Florida lebende Hamburger gegen den Außenseiter Michal Tabara (Tschechien) zu seinem Auftaktmatch auf Nebenplatz 6 antreten. Nach 2:0-Satzführung führte der Olympia-Zweite Haas auch im dritten Durchgang 1:0 - dann kam der Regen.

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