Forrester Research:
Linux ist reif für Unternehmens-Einsatz

Ted Schadler, Group Director von Forrester Research, meint Pressemeldungen der letzten Zeit könnten Glauben machen, dass der Einsatz von Linux in Unternehmens-Datenzentren zu riskant sei. Das sei Quatsch. Linux sei mehr als reif, so der Experte, und eine weitere Verzögerung der Umstellung bedeute nur, dass das eigene Unternehmen um die Ersparnisse gebracht werde, die ein Wechsel der klassischen Unix-Aufgaben zu Linux einbringe.

HB DÜSSELDORF. Der aktuelle Rechtsstreit der SCO Group gegen IBM hat Linux als risiokobehaftet und nicht bereit für Firmen-Datenzentren dargestellt. Aber das wirkliche Risiko ist viel geringer, als die meisten Nutzer denken, schreibt Forrester in einer aktuellen Studie. Unterm Strich werden Firmen, die Linux meiden, die Möglichkeit verpassen, Unix- Aufgaben zu Intel-Preisen zu erledigen.

Schadler nennt fünf Gründe, warum Linux heute schon einsatzbereit für eine Unternehmensnutzung sei:

17 Prozent der großen nordamerikanischen Konzerne nutzen bereits Linux. Forrester befragte im Dezember letzten Jahres 877 große Firmen aus Nordamerika und fand heraus, dass Linux von einer zunehmenden Zahl Unternehmen als einsatzreif angesehen wird. Was erfolgreich genutzt wird, sind Webserver, Anwendungen, Infrastruktur, Workstations und sogar Datenbanken.

Der Linux-Kernel (Betriebssystemkern) ist mehr als fit für den Einsatz im Unternehmensumfeld. IBM bezahlt 250 Angestellte, die Programme für Linux erstellen, während HP, Oracle, SAP und SGI massiv dazu beigetragen haben, dass Linux heute reif ist für Firmeneinsätze. Die Kernel-Version 2.6 mit neuen Merkmalen wie POSIX threads (parallele Programmfäden) und Unterstützung von bis zu 16 CPUs wird im Herbst erscheinen.

Kommerzielle Unterstützung wird von Riesen wie HP und IBM bereit gestellt. Diese Hardware-Titanen werden zusammen mit BEA, BMC, Dell, Oracle, SAP und Veritas Linux unterstützen. Firmen können auch kompetente Hilfe von Redhat oder Suse in Anspruch nehmen und zunehmend auch bei Providern wie CSC und Bearingpoint finden.

ISVs (Independent Software Vendors) portieren ihre Anwendungen auf Linux. Oracle verkauft seine Software auf Linux seit 1999, und wichtige ISVs wie SAP nutzen Linux als eine Referenz-Plattform. Peoplesoft und Vignette haben kürzlich Linux-Portierungen angekündigt. Die meisten anderen ISVs, mit denen Forrester sprach, sagten, dass sie bereit seien auf Linux zu portiern, sobald ihre Kunden es wünschen.

Das Urheberrecht ist ein Thema für IBM, aber nicht für andere Unternehmen. Es ist wahr, dass Open Source Software von Urheberrechtsinhabern in Frage gestellt wird. Aber anders als bei der Musikindustrie gibt es hier kein großes Unternehmen, das vor Gericht zieht um Linux zu stoppen. Die einzigen Unternehmen, die in Frage kommen, sind klein, haben wenig Ressourcen und vertreten unbewiesene Behauptungen. IBM wird die SCO-Drohung abfangen, da zwei Mrd. US-Dollar Einkünfte aus Servern, Software und Dienstleistungen auf dem Spiel stehen. IBM wird nicht nachgeben, selbst wenn ein Sieg beträchtliche Investitionen oder hohe Kosten für eine Einigung verlangt.

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