Forsa-Untersuchung schockt Genossen
SPD besorgt über Scharpings Umfragewerte

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD - Fraktion, Wilhelm Schmidt, hat sich beunruhigt über schlechte Umfragewerte für Verteidigungsminister Rudolf Scharping geäußert.

dpa BERLIN. "Ich registriere das mit Sorge", sagte Schmidt zu einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die Zeitung "Die Woche" am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. Danach setzen 64 % der Befragten derzeit großes oder sehr großes Vertrauen in Bundeskanzler Gerhard Schröder, aber nur 25 % in Scharping (beide SPD).

Schmidt warb um Verständnis für zurückhaltende Informationen der Bundesregierung über mögliche Beteiligungen der Bundeswehr an den Militärschlägen der USA und Großbritanniens gegen Afghanistan. Es liege auf der Hand, dass derzeit niemand detaillierte Informationen geben dürfe. Wenn eine Bundestagsentscheidung anstehe - was im Falle eines NATO-Einsatzes der Bundeswehr außerhalb des Bündnisgebietes vorgeschrieben ist - werde es mehr Informationen geben.

Zur Frage, wie die Fraktion die frühen Stellungnahmen Scharpings zum Bündnisfall und zu den Optionen der Bundeswehr beurteilt, sagte Schmidt, dies sei Sache des Bundeskanzlers, und der habe mit Scharping gesprochen. Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, sagte in diesem Zusammenhang am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Frontal 21": "Nach meiner Auffassung, und ich glaube, das sind seriöse Quellen, auf die ich vertrauen darf, ist die Reputation unseres Verteidigungsministers bei unseren wesentlichen Verbündeten dramatisch beschädigt."

Schröder hatte US-Präsident George W. Bush bei einem Kurzbesuch in Washington am Dienstag seine volle Unterstützung für die Militäraktion zugesagt. Einzelheiten in der Öffentlichkeit auszubreiten mache aber keinen Sinn.

Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, Schröder habe die Bereitstellung von See-Fernaufklärungsflugzeugen vom Typ Breguet Atlantic zur Ausspähung des Kampfgebietes angeboten. Ferner sei er bereit, Transall-Transportflugzeuge zum Abwurf von Lebensmitteln über Afghanistan zur Verfügung zu stellen. Das Verteidigungsministerium in Berlin lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

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