Forscher beobachten Entstehung von Unwettern über das Weltall
Satellit ermöglicht frühere Hurrikanwarnung

US-Forscher entwickelten eine Methode, dank der sie tropische Zyklone und Hurrikans mehr als 40 Stunden früher vorhersagen können als bisher.

wsa TALLAHASSEE. Der Blick aus dem Weltall hilft Wetterforschern, entstehende Stürme auf der Erde früher zu erkennen. US-Forscher entwickelten eine Methode, dank der sie tropische Zyklone und Hurrikans mehr als 40 Stunden früher vorhersagen können als bisher. Australische Wissenschaftler können ebenfalls anhand von Satellitendaten kritische Sturmfronten drei Wochen im Voraus vorhersagen, bevor sie in Asien zu katastrophalen Überflutungen führen.

"Frühere Entdeckung potenzieller tropischer Zyklone gibt der Bevölkerung und Schifffahrt mehr Zeit, sich für mögliche kommende Bedrohungen vorzubereiten. Auch gibt es den Wissenschaftlern mehr Zeit, Forschungsmissionen in die Stürme zu planen", erklärt Ryan Sharp vom Center for Ocean-Atmospheric Prediction Studies der Florida State University. Im Team mit Professor James O'Brien und Mark Bourassa wertete er die Daten des SeaWinds-Instrumentes an Bord des QuikSCAT-Satelliten aus, den die NASA ins All geschickt hat. Das Messgerät ist ein spezialisierter Mikrowellen-Radar, der die Geschwindigkeit und Richtung der Winde nahe der Meeresoberfläche misst.

Aus der Kombination der Wind-Daten und der Atmosphären-Drehung konnten die Forscher Stürme rund um den Globus vorhersagen. Im Atlantik entdeckten sie im vorigen Jahr 17 Hurrikans im Schnitt 43 Stunden, bevor sie vom Nationalen Hurrican-Center (NHC) zu solchen erklärt wurden. Im Ostpazifik kann die Methode sehr viel wichtiger sein als im Atlantik, weil die herkömmliche Überwachung durch Wetterstationen und Suchflugzeuge wesentlich seltener ist. Hier entdeckten die Forscher ebenfalls 17 tropische Stürme, 14 davon im Schnitt 42 Stunden vor ihrer offiziellen Benennung. Die Forscher präsentieren ihre Ergebnisse im "Bulletin of the American Meteorological Society".

"Die neue Methode gibt uns zwei Wochen früher Warnung als herkömmliche Wettervorhersagen", erklärt Matt Wheeler vom australischen Bureau of Meteorology Research Centre seine Forschungsergebnisse. Auf diese Weise hätte sich die Bevölkerung von Jakarta auf die katastrophale Flut in diesem Februar deutlich besser vorbereiten können. Wheeler und Kollegen konzentrieren sich auf das Erkennen so genannter Madden-Julian-Oszillationen (MJO), großer Wellen von Luft und Wolken, die über das Indische Becken und Südostasien strömen. Wheeler präsentierte die Forschung auf auf dem "PrepCom4"-Kongress des Weltgipfels für Nachhaltige Entwicklung (WSSD) auf Bali. Wheelers Team trägt zum World Climate Research Programme (WCRP) bei, das helfen soll, die Schwankungen des globalen Klimas besser zu verstehen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%