Forscher entwickeln Frühwarnsystem
Messdaten sollen vor Beben warnen

In den USA testen Wissenschaftler zurzeit neue Verfahren zur Früherkennung von möglichen Erdbeben. In der kalifornischen Stadt Parkfield bohrt ein Forscherteam des US Geological Survey (USGS) mehrere Kilometer tief in den San-Andreas-Graben, um dort Messgeräte zur Erdbebenüberwachung zu platzieren.

wsa HAMBURG. Das erste Observatorium direkt in einer aktiven geologischen Verwerfung soll den Wissenschaftlern zu einer besseren Vorhersage von Erdbeben verhelfen. Es könnte wertvolle Hinweise über die Kräfte liefern, die vor und während eines Bebens wirken.

Als sichtbare Störungslinie markiert der Graben den Bereich, wo Nordamerikanische und Pazifische Platte aufeinanderstoßen. Ihre Bewegungen lösen regelmäßig starke Erdbeben aus, die Großstädte wie Los Angeles und San Francisco bedrohen. Parkfield selbst sitzt auf einem besonders aktiven Bereich der Verwerfung und eignet sich daher besonders gut zum Erforschen von Beben. Seismische Instrumente entlang des San-Andreas-Grabens sind bislang auf der Erdoberfläche oder in flachen Gruben platziert.

Indem sie Überwachungsgeräte mit Bohrtechniken aus der Ölindustrie direkt ins Herz der Verwerfung setzen, hoffen die Forscher, Erdbeben noch besser beobachten zu können. "Es ist, wie wenn man ein Stethoskop nimmt und ganz vorsichtig dem Erdinneren lauscht", sagt Mark Zoback, der das Forschungsprojekt "San Andreas Fault Observatory at Depth" (SAFOD) leitet.

Drei bis vier Kilometer unter der Erdoberfläche soll eine Reihe von empfindlichen Seismographen die Stärke der Erdstöße messen. Sensoren erfassen kleinste Spannungsänderungen und Verformungen des Gesteins sowie chemische Veränderungen, die auf ein Beben hinweisen könnten. Harter Granit lässt die Bohrungen derzeit nur bis zu fünf Meter pro Stunde vorankommen. Bis Ende dieses Monats soll die zwei Kilometer tiefe Pilotbohrung westlich des Grabens abgeschlossen sein, bevor das eigentliche Bohrloch für die Instrumente quer durch die Verwerfung in Angriff genommen wird. Dazu fehlt noch eine Finanzierungszusage des US-Kongresses, die für Herbst 2002 erwartet wird.

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