Forscher entwickeln Modell für den Börsenhandel
Crashs folgen mathematischen Gesetzen

Amerikanische Wissenschaftler fanden nun einige Gesetzmäßigkeiten im Börsenhandel, die ein regelmäßiges exponentielles Verhalten widerspiegeln. Ihre Modelle machen das Börsengeschehen mathematisch greifbar.

wsa HAMBURG. Baisse, Hausse, Crash: Die Vorgänge an den Weltbörsen scheinen oft vollkommen zufällig und unvorhersehbar. In der Tat lassen sich Zusammenbrüche wie 1929 und 1987 nicht mit mathematischen Methoden prognostizieren, doch zumindest nachträglich erklären. Denn amerikanische Wissenschaftler fanden nun einige Gesetzmäßigkeiten im Börsenhandel, die ein regelmäßiges exponentielles Verhalten widerspiegeln. Diese Ansätze, das Börsengeschehen mathematisch greifbar zu machen, präsentieren die Forscher in der Zeitschrift "Nature".

"Der Handelsverlauf an Börsen wird in einem hohen Grad zufällig bestimmt. Aber am Ende eines Tages findet man Muster, die zu unseren empirisch gefundenen exponentiellen Beschreibungen passen", schreiben die Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge und der University of Boston. Die Forscher analysierten 100 Millionen Transaktionen an ausgewählten Weltbörsen im Zeitraum zwischen 1994 und 1996. Aus dem Handelsgeschehen wollten sie Gesetzmäßigkeiten in den Schwankungen bei der Anzahl der gehandelten Aktien, der Summe der dazu nötigen Transaktionen und den dabei erzielten Preisen erkennen.

So setzten die Mathematiker zum Beispiel die Höhe von Preisschwankungen der Aktien einzelner Unternehmen zu der Anzahl der Tage, an denen diese auftreten, in Beziehung. Das Ergebnis: Tage mit einer einprozentigen Kursschwankung sind achtmal häufiger als mit einer zweiprozentigen Veränderung. Um 4 % bewegt sich der Preis wiederum achtmal seltener, und gar Acht-Prozent-Änderungen ereignen sich, gemäß einer "invers-kubischen Formel", abermals achtmal seltener. Diese Gesetzmäßigkeit setzt sich darüber hinaus für höhere Fluktuationen fort.

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