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Forscher: Musikindustrie will Kopierschutzstudie unterdrücken

Reuters LOS ANGELES. US-Forscher haben einem Forum der Musikindustrie vorgeworfen, eine Studie zu digitalen Kopierschutz-Verfahren unterdrücken zu wollen. Eine Gruppe der Universitäten Princeton und Rice sowie des Xerox Palo Alto Forschungszentrums teilten am Dienstag mit, ihre Ergebnisse würden möglicherweise nicht wie geplant am Donnerstag vorgestellt. Der Leiter der Secure Digital Music Initiative (SDMI), Matthew Oppenheim, habe ihm mit einer Klage gedroht, sagte der Princeton-Wissenschaftler Edward Felten. Die Forscher hatten als Teil eines öffentlichen Wettbewerbs digitale Kopierschutz-Methoden der SDMI geknackt. Diese hat erklärt, eine Veröffentlichung der Ergebnisse würde Maßnahmen gegen eine illegale Vervielfältigung von Musikstücken erschweren.

Die SDMI wurde von Plattenfirmen wie Sony, Warner, EMI und Bertelsmanns BMG gegründet, um einen gemeinsamen Standard für ein sicheres Format für digitale Musik zu entwickeln. Im September hatte das Forum 10 000 Dollar (etwa 21 800 Mark) als Preisgeld für das Knacken von einer Reihe von Kopierschutz-Verfahren ausgeschrieben. Im November kündigte die SDMI nach zahlreichen Kontroversen an, sie werde das Geld an zwei Hacker auszahlen. Feltens Gruppe brach nach eigenen Angaben vier Verschlüsselungsverfahren, stieg jedoch vor der Endrunde aus dem Wettbewerb aus und warf dem Forum unfaire Praktiken vor.

Oppenheims Brief an Felten wurde von Unbekannten im Internet veröffentlicht. Darin hieß es, eine Veröffentlichung von Informationen, die bei der Teilnahme an dem Wettbewerb gewonnen worden seien, könne zu Klagen unter dem Digital Millennium Copyright Act (DCMA) der USA führen. Der 1998 verabschiedete DCMA verbietet Versuche, Verfahren zum Schutz des Urheberrechts auszuhebeln. Felten sagte, er führe Gespräche mit der Musikindustrie über deren Einwände.

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