Forscher wollen Vermehrung von Helicobacter-Bakterien stoppen
Impfstoff soll Magengeschwüre verhindern

Forscher glauben, bald einen Impfstoff gegen Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüre und sogar Magenkrebs entwickeln zu können. Die Spritze zur Vorbeugung von Infektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori könnte den Menschen weltweit nützen.

dpa Washington. Der Magenkeim, auf dessen Konto nahezu alle Magengeschwüre gehen sollen. ist weltweit verbreitet. In vielen Fällen - besonders bei Menschen in den Entwicklungsländern - setzt sich der Erreger schon in der frühen Kindheit in den Schleimhäuten fest. Er verursacht oft lebenslange Magenbeschwerden wie Entzündungen und Geschwüre.

Bislang ist der Erreger schwer zu behandeln. Der Grund: Der Helicobacter nutzt einen Abwehrmechanismus in den Zellen der Magenschleimhaut als Nährboden, wie Forscher jetzt herausgefunden haben. Die Zellen produzieren als Reaktion auf die Helicobacter-Invasion ein Zuckermolekül auf ihrer Oberfläche, mit dem sie die Immunzellen zu Hilfe rufen. Doch statt der körpereigenen Abwehr klinken sich die Eindringlinge an die Zuckermoleküle an und dringen mit deren Hilfe sogar weiter in die Magenschleimhaut ein, wo es noch mehr Nährstoffe für den Helicobacter gibt, schreiben Wissenschaftler der schwedischen Universität Umeå im US-Journal "Science".

Das Forscherteam entdeckte, dass die Erreger ein Protein herstellen, das wie ein Klebstoff wirkt und die Verbindung zu dem Zuckermolekül ermöglicht. Genau über dieses Klebstoff-Protein glauben die Forscher nun, dem Bakterium das Handwerk legen zu können. Sie entwickelten einen Bakterienstamm, dem dieses Protein fehlt. Diese veränderte Form des Erregers ist außer Stande, sich an gesunde, nicht infizierte Magenschleimhautzellen anzuklinken. Damit sei der Weg frei für einen Impfstoff gegen den Helicobacter.

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