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Forscher züchten künstliche Harnblase

Aachener Wissenschaftler sind der Züchtung einer menschlichen Harnblase einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Zum ersten Mal sei es in Europa gelungen, aus Hautzellen eines Schweins eine Harnblase wachsen zu lassen, teilte das Aachener Klinikum mit.

dpa AACHEN. Bei dem neuen Verfahren seien Hautzellen eines Schweins vermehrt und auf ein dreidimensionales Gerüst aufgebracht worden. Durch spezielle Anreize seien die Zellen darauf zu einer Harnblase gewachsen. Das Gerüst aus einem tierischen Eiweiß-Gewebe löse sich drei Monate nach der Implantation auf. Voraussichtlich Anfang kommenden Jahres solle das neue Verfahren am Menschen angewendet werden. Zielgruppe seien vor allem Patienten, deren Harnblase wegen eines Tumors entfernt werden müsse, sagte Projektleiter Bernhard Brehmer vom Universitätsklinikum Aachen.

Bei der Anwendung am Menschen sollen körpereigene Hautzellen des Patienten verwendet werden. Das neue Verfahren solle Menschen Komplikationen ersparen, die beim herkömmlichen Blasenwandersatz aus Darmgewebe aufgetreten seien, hieß es. Dazu gehörten die Bildung neuer Tumore und die Störung des Salz- und Säurehaushaltes im Körper. Jährlich werde bei 15 000 Menschen in Deutschland ein bösartiger Harnblasentumor festgestellt. Bei jedem fünften Patienten müsse die komplette Harnblase entfernt werden.

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