Forscherteams feierten bereits 1999 erste Erfolge
China prescht beim Klonen von Embryos vor

Während in den USA und Europa heftig über Ethik der Stammzellenforschung und das Klonen menschlicher Embryos für Forschungszwecke debattiert wird, preschen chinesische Wissenschaftler in dieser biotechnologischen Forschungsrichtung vor.

bef DÜSSELDORF. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" ist nicht - wie bisher gedacht - der privaten US-Firma Advanced Cell Technology Inc. im vorigen Jahr erstmals das Klonen menschlicher Embryos zu medizinischen Forschungszwecken gelungen. Vielmehr hätten chinesische Wissenschaftler bereits 1999 menschliche Embryos für diese Anwendung geklont, berichtet das Blatt unter Berufung auf das Xiangya Medical College in Changsa.

Zudem arbeiten nach Angaben von Fachleuten aus den USA und China mindestens drei weitere Teams im Reich der Mitte an weiteren Experimenten zum Klonen von Embryos. "Wir liegen insgesamt nicht mehr weit hinter dem Westen zurück", sagt Lu Guangxiu, Professorin am Xiangya College. Chinesische Politiker unterstützen nach Angaben des Blattes die Stammzellenforschung mit Blick auf das wirtschaftliche Vorankommen des Landes und auf die Erforschung Kosten sparender Therapien.

Wissenschafter versprechen sich von der Stammzellenforschung etwa die Züchtung von Organen für den menschlichen Körper, wodurch das Risiko bei Transplantationen gemindert werden soll. In Deutschland ist das therapeutische Klonen verboten. Vor vier Wochen entschied der Bundestag, den Import von embryonalen Stammzellen nach Deutschland unter strengen Auflagen zuzulassen.

Chinas Vorpreschen beim Klonen von Embryos sehen Wissenschaftler laut "Wall Street Journal" als Bestätigung ihrer These, dass die Biotechnik trotz aller ethischen Bedenken nicht aufzuhalten sei. Sie erwarten auch, dass die USA im Biotech-Rennen keinesfalls China den Vorrang lassen wolle.

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