Forschung für Entwicklung neuer BSE-Schnelltests soll verstärkt werden
Länderminister: Risikomaterial bei allen Rindern entfernen

Reuters BREMEN. Die für Verbraucherschutz und Gesundheit zuständigen Länderminister haben sich am Montag in Bremen darauf verständigt, dass künftig bei Schlachtrindern jeden Alters Risikomaterial entfernt werden muss. Dazu gehöre neben der Wirbelsäule und dem Gehirn auch die Zunge, sagte die Vorsitzende der Ministerkonferenz, die Bremer Gesundheitssenatorin Hilde Adolf (SPD). Bislang wurde dieses Material nur bei Tieren entfernt, die älter als ein Jahr waren. Zudem vereinbarten die Minister, die Forschung für die Entwicklung neuer BSE-Schnelltests zu verstärken. Neben dem Bund wollten hierzu auch die Länder eigene Finanzmittel beisteuern.

Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn (Grüne) forderte in einer Konferenzpause, die Hersteller von Lebensmitteln gesetzlich zur Kennzeichnung aller Inhaltsstoffe zu verpflichten. Angegeben werden müssten dann zum Beispiel auch Pfanzenschutzmittel, die während der Lebensmittelproduktion eingesetzt würden, sagte Höhn.

Ein weiteres Thema der Beratungen war ein Antrag Bremens, BSE-getestetes Fleisch im Handel als solches zu kennzeichnen. Händler müssten mit einem Aufdruck damit werben dürfen, dass von ihnen angebotene Produkte BSE-getestet seien, sagte Höhn.

Keine einheitliche Linie gab es nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Uwe Bartels (SPD) zunächst in der Frage der von der Europäischen Union (EU) zur Marktstützung geplanten Tötung von 400 000 deutschen Rindern. Insgesamt sollen EU-weit zwei Millionen Rinder getötet werden, um den zusammengebrochenen Rindfleischmarkt zu stützen. Er selbst halte den Aufkauf der Rinder für nötig, teile aber auch ethische Bedenken von Tierschützern, sagte Bartels. Zur Tötung der Tiere gebe es aber keine Alternative, weil die Ställe wegen der in der BSE-Krise unverkäuflichen Tiere überquöllen.

Vor dem Veranstaltungsgebäude in der Bremer Innenstadt protestierten am Nachmittag rund 500 Bauern mit Transparenten. Sie wollten den Ministern eine Resolution übergeben, in der der unverzügliche Start des Schlachtprogramms gefordert wird, um den Landwirten zu helfen.

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