Forschung leicht zu verheimlichen
Waffeninspektionen im Irak nutzlos

Neue Waffeninspektionen der Vereinten Nationen (Uno) in Irak wären nach Darstellung des US-Militärs nutzlos.

Reuters WASHINGTON. US-Generalstabschef Richard Myers sagte am Freitag dem Fernsehsender NBC, nach neuen Geheimdienstinformationen habe Iraks Präsident Saddam Hussein weiterhin Interesse an chemischen und biologischen Waffen und forsche auch auf diesem Gebiet. Gegenüber Inspektoren seien diese Tätigkeiten jedoch leicht zu verheimlichen.

In Washington erklärte ein Dachverband irakischer Oppositionsgruppen vor einem Treffen mit US-Regierungsvertretern, kein Iraker werde bereit sein, für Saddam zu kämpfen. Bundesaußenminister Joschka Fischer wertete eine Zusicherung der US-Regierung positiv, sich in der Irak-Frage mit Verbündeten zu beraten.

"Einige dieser Potenziale können leicht versteckt werden und fast alle Arten von Inspektionsprogrammen könnten sie nicht aufdecken, wenn das (irakische) Regime es so wollte", sagte Myers. "Sie könnten sie verstecken." Die Uno fordern die bedingungslose Fortsetzung der seit 1998 unterbrochenen Waffen-Inspektionen in Irak. Diese sollen sicherstellen, das Saddam nicht über atomare, biologische oder chemische Massenvernichtungswaffen verfügt. Irak fordert eine sofortige Aufhebung der Sanktionen, die nach seinem Einmarsch in Kuwait verhängt wurden.

Ein Sprecher des Dachverbandes der irakischen Oppositionsgruppen, der Irakische Nationalkongress, sagte am Donnerstag: "Das irakische Militär ist gedemütigt, beleidigt, unterdrückt, gefoltert, ermordet worden." Das US-Militär würde leichtes Spiel haben. Die Vertreter von sechs Oppositionsgruppen würden bei ihren Gesprächen versuchen, Ängste vor der Zeit nach einem Sturz Saddams zu nehmen. "Unsere Botschaft wird auch sein, dass die irakische Opposition in der Lage ist, jedes Vakuum nach Saddam Hussein zu füllen, dass wir mit einer Stimme sprechen, dass wir geeint sind und dass es keine Gefahr eines Auseinanderbrechens des Irak gibt, dass es kein Gefahr eines Bürgerkriegs gibt." Die USA hatten die irakischen Oppositionsgruppen bislang als zerstritten und ineffektiv bezeichnet. General Anthony Zinni, inzwischen ein US-Sondergesandter für Nahost, hatte vor seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst erklärt, Hilfe für die "Seidenanzug-Träger" würde zu einem Desaster ähnlich der vom US-Geheimdienst CIA unterstützen Landung von Exilkubanern in der Schweinebucht führen.

"Das sind Worte, die einen sehr positiven Klang haben"

Fischer begrüßte in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" die Ankündigung von US-Präsident George W. Bush, bei jeder Entscheidung zum Irak Geduld zu zeigen sowie sich mit dem Kongress und den Verbündeten zu beraten. "Das sind Worte, die einen sehr positiven Klang haben", sagte Fischer der Zeitung zufolge. In den vergangenen Tagen hatte es wiederholt Berichte gegeben, die USA planten einen Angriff auf Irak. In US- Regierungskreisen hieß es dagegen, es sei noch keine Entscheidung getroffen worden. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) betonte am Freitag erneut, Deutschland werde sich an einem Militärschlag gegen Irak nicht beteiligen.

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