Forschung mit embryonalen Stammzellen
Die Klonkinder sollen kommen

Klonen. Klonen. Klonen. Das Wissenschaftsjahr 2002 ist geprägt von Diskussionen um Ethik und angekündigte Klonmenschen. Der Bundestag genehmigt den Import von menschlichen embryonalen Stammzellen nach Deutschland.

HB/dpa BERLIN. Gleich zwei Forscher berichten, Frauen seien mit Klonbabys schwanger. Daneben erscheinen das weltweit erste Klonkätzchen und die ersten Klonkaninchen nur noch als Randnotiz.

Am 30. Januar beschließt der Bundestag in Berlin, dass Forscher unter strengen Auflagen menschliche embryonale Stammzellen nach Deutschland importieren dürfen. Nach dem Gesetz müssen die Zellkulturen, die aus menschlichen Embryonen gewonnen wurden, jedoch bereits vor dem 1. Januar 2002 angelegt worden sein. Verboten bleibt in Deutschland, menschliche Embryonen zu klonen - ob zu Forschungszwecken oder zur Fortpflanzung.

Während sich die Staatenwelt bei den Vereinten Nationen noch nicht auf ein weltweites Klonverbot einigen kann, liefern sich umstrittene Wissenschaftler ein Wettrennen im Ankündigen von Klonkindern: Im April 2002 behauptet der italienische Arzt Severino Antinori, es gebe weltweit drei Klon-Schwangerschaften, und zwar in der sechsten, siebten und neunten Woche. Diese Kinder müssten allerdings - sollte die Aussage der Wahrheit entsprochen haben - spätestens bis zum Jahresende geboren werden.

Ende November sagt Antinori dagegen, das erste Klonbaby werde Anfang Januar zur Welt kommen, zwei weitere würden folgen. Die US- Forscherin Brigitte Boisselier, Mitglied der UFO-gläubigen Raelianer- Sekte, kündigt kurz darauf die Geburt des ersten Klonbabys noch vor Jahresende an. Viele Forscher zweifeln am Wahrheitsgehalt beider Aussagen.

Die zwei Klonverfechter stoßen aus ethischen und medizinischen Gründen weltweit auf heftige Kritik. So ist seit Januar bekannt, dass das Klonschaf Dolly sehr früh Arthritis hatte. Klonmäuse leben relativ kurz und sind im Alter ungewöhnlich dick. Laut Dolly-Schöpfer Ian Wilmut ist es «fraglich, ob es überhaupt völlig normale Klone geben kann». Die meisten Klontiere sterben noch im Mutterleib oder kurz nach der Geburt.

Im April präsentieren US-Forscher das erste Klonkätzchen. Für diesen erfolgreichen Versuch seien 87 geklonte Embryonen in insgesamt 8 Katzen eingesetzt worden. Kurz darauf stellt ein französisches Team die ersten Klonkaninchen vor. Einen Fortschritt für die Medizin soll das entzifferte Maus-Erbgut bringen. Mit Hilfe von Versuchsmäusen möchten Forscher die Funktion menschlicher Gene verstehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%