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Forschungen komplettieren weltbekanntes Neandertaler-SkelettDPA-Datum: 2004-07-15 15:17:39

Bonn (dpa) - Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen haben das weltbekannte Skelett des Neandertalers weiter vervollständigt. Einem deutsch-amerikanischen Forscherteam ist es jetzt gelungen, dem 1856 östlich von Düsseldorf entdeckten Menschenfossil mindestens weitere vier erst unlängst gefundene Knochenbruchstücke zuzuordnen.

Bonn (dpa) - Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen haben das weltbekannte Skelett des Neandertalers weiter vervollständigt. Einem deutsch-amerikanischen Forscherteam ist es jetzt gelungen, dem 1856 östlich von Düsseldorf entdeckten Menschenfossil mindestens weitere vier erst unlängst gefundene Knochenbruchstücke zuzuordnen.

Dies erklärte der Urgeschichtler Ralf W. Schmitz (Universität Tübingen) am Donnerstag in Bonn, wo der «Namenspatron» dieser vor 30 000 Jahren ausgestorbenen Urmenschen-Art im Rheinischen Landesmuseum aufbewahrt wird.

Während ein Stück des linken Knies und zwei im Jahr 2000 geborgenen Teile des Neandertaler-Schädels aus Gesicht und Hinterkopf «nahtlos» an die 1856 von Arbeitern eines Kalksteinbruchs gefundenen Knochen passen, deute bei einem großen Beckenfragment das Äußere auf die Herkunft hin. Das knapp faustgroße, braun-graue «neue» Stück aus dem rechten Becken ist spiegelverkehrt identisch mit dem entsprechenden Teil des in der Museumsvitrine ruhenden linken Beckens, sagte der Tübinger Wissenschaftler der dpa. Möglicherweise sei dieser Urmensch vor gut 42 000 Jahren in einer Höhle des Neandertalers beigesetzt worden.

Rund 65 weitere Knochenfragmente, die Schmitz und sein Kollege Jürgen Thissen seit 1997 am wiederentdeckten historischen Fundplatz bei Mettmann geborgen haben, lassen sich sowohl dem «historischen» Neandertaler als auch einem zweiten, grazileren Exemplar zuordnen, auf das Bruchstücke von Oberarm und Elle hindeuten. Wichtige Erkenntnis des Bonner Knochen-Puzzles sei es, dass die im Neandertal neu geborgenen Fossilienreste «immer mehr in zwei Gruppen» einzuteilen seien und ganz klar dem robusten «Namenspatron» und seinem zierlicheren Neandertaler-Zeitgenossen zugeordnet werden könnten. Rätselhaft bleibt bisher für die Forscher jedoch die Herkunft eines bei den jüngsten Grabungen gefundenen Milchzahns eines etwa zwölf Jahre alten Neandertalers.

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