Forschungsministerin Bulmahn nennt US-Forscher verantwortungslos
Klonen stößt auf breite Ablehnung

Das erste Klonen eines menschlichen Embryos hat in Deutschland Empörung und Entsetzen hervorgerufen. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) verurteilte am Montag das Experiment in den USA als "verantwortungslos". Sie wies darauf hin, dass in Deutschland Klonen sowohl zu medizinischen Zwecken als auch zur Vermehrung verboten sei.

HB DÜSSELDORF. Die Bundesärztekammer sprach angesichts der Experimente von einem "Albtraum". Der CDU-Politiker Jürgen Rüttgers nannte die Versuche "menschenverachtend". US-Wissenschaftler hatten zuvor bekannt gegeben, erstmals einen Embryo zur Erzeugung von Stammzellen geklont zu haben.

Laut Bulmahn will sich die Bundesregierung für eine internationale Ächtung des Klonens von Menschen einsetzen. Der Vorsitzende des Nationalen Ethikrates, Spiros Simitis, kritisierte Bulmahns Plan, Arbeiten an importierten Stammzellen registrieren zu lassen, als "nicht ausreichend". Stattdessen müsse der Gesetzgeber "schnelle und klare Anweisungen geben, was erlaubt und was verboten ist", sagte er dem Handelsblatt. Das überraschende Klonen eines menschlichen Embryos in den USA zeige, dass niemand mehr wisse, wo was geforscht werde. Nationale Gesetze reichten nicht mehr aus, erforderlich sei eine internationale Abstimmung.

Auch US-Präsident George W. Bush sagte, er lehne das Klonen eines Menschen grundsätzlich ab. In den USA muss der Senat sich noch zu einem Gesetzentwurf des Repräsentantenhauses äußern, wonach das Klonen menschlicher Embryonen mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden soll.

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