Forschungsprojekt
Digitalisierung revolutioniert Medien

Nicht neu - aber wieder einmal von berufenem Munde verbalisiert: Die Medienlandschaft und damit auch-wirtschaft steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Es geht wieder einmal um das Zusammenwachsen von verschiedenen Medienformen wie Internet, Mobiltelefonie und digitalen Radio- und Fernsehangeboten. Zudem wird es nach Ansicht von Prof. Arnold Picot, Vorstand des Instituts für Information, Organisation und Management an der Ludwig-Maximilians-Universität, zur Entwicklung neuer Medien kommen: "Die Technik wird künftig organisch in den Alltag integriert."

HB MÜNCHEN. Im Rahmen des Forschungsprojekts European Communication Council (ECC) hat Picot mit einer interdisziplinären und internationalen Gruppe von Wissenschaftlern die Auswirkungen der Digitalisierung auf Kommunikation und Medienindustrie untersucht. Die Ergebnisse der nunmehr fünften Studie des EEC sind in dem Buch "E-Merging Media" zusammengefasst, das im wissenschaftlichen Springer-Verlag (Heidelberg) erschienen ist. Das Forschungsprojekt wird von SevenOne Media finanziert, dem Werbezeitenvermarkter der ProSiebenSat.1 - Gruppe.

Drahtlose Kommunikation wird demnach erheblich an Bedeutung gewinnen und den menschlichen Alltag durchdringen. Bereits heute sei der Zugang zum Netz nahezu überall per Handy, Laptop oder Taschencomputer verfügbar, diese Entwicklung werde weiter voranschreiten, sagte Picot. In der Fähigkeit, sich in virtuellen Netzwerken zu bewegen, sieht der Wissenschaftler eine zentrale Kompetenz der Zukunft. "Die Frage ist, ob die Bildungsvoraussetzungen der Menschen dazu ausreichen." Bildung entscheide künftig über die Teilhabe am Netz.

Für die Medienwirtschaft gelte es, Wertschöpfungsketten neu zu strukturieren und stärker auf den Endkunden auszurichten. Zunehmend bestimmten die Nutzer selbst, wie und auf welchem Weg sie Informationen oder andere mediale Angebote wie Filme oder Musik konsumieren. Dabei erwartet Picot, dass auch bezahlte Inhalte eine verstärkte Nachfrage erleben. Während die Nutzer bei Kommunikations- Diensten wie SMS oder MMS bereits heute die Bezahlung akzeptierten, sei das Internet zunächst eher als kostenloses Medium ausgelegt gewesen. Daher sei eine Übergangszeit von voraussichtlich fünf bis zehn Jahren erforderlich, bis die Verbraucher bezahlte Inhalte in größerem Umfang abrufen, erwartet Picot.

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