Fortgeschrittene Gespräche: HDI greift nach Gerling

Fortgeschrittene Gespräche
HDI greift nach Gerling

Die Verhandlungen über einen Einstieg des Haftpflichtverbands der Deutschen Industrie (HDI) bei dem angeschlagenen Gerling-Konzern sind nach Angaben des Kölner Versicherers mittlerweile weit fortgeschritten.

Reuters KÖLN. Ein Gerling-Sprecher wollte am Montag indes einen Zeitungsbericht nicht kommentieren, wonach sich der HDI am Wochenende bereits mit den Gerling-Eigentümern Rolf Gerling und der Deutschen Bank im Kern über die Übernahme der wichtigsten operativen Gesellschaften Gerling-Konzern Allgemeine und Gerling-Konzern Leben geeinigt habe. Es liefen auch Gespräche mit anderen Interessenten, so der Sprecher. Dies seien zum einen Finanzinvestoren, zum anderen die deutsche Industrie, die Gerling als Gegengewicht zum Marktführer Allianz erhalten will.

Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) (Montagausgabe) zufolge einigte sich der HDI im Kern mit den beiden Eigentümern des Versicherungskonzerns. Die Frage nach der Haftung für Forderungen an die abgegebene Rückversicherungstochter Gerling Globale könnte die Vereinbarung jedoch noch scheitern lassen, hieß es weiter. Die Deutsche Bank und der HDI wollten den Bericht nicht kommentieren.

Dem Zeitungsbericht zufolge will der HDI die Holding-Tochter Gerling Welt Service (GWS) kaufen, über die der Kölner Konzern seit einigen Monaten seine operativen Töchter hält. Der Kreditversicherer Gerling NCM, für den sich die Deutsche Bank interessiere, werde zuvor aus der GWS herausgelöst und nicht übernommen. Der HDI zahle für die GWS ausschließlich mit Aktien, schreibt die FTD weiter. Der größte Teil seien Papiere der bisher nicht börsennotierten HDI-Zwischenholding Talanx, ein kleinerer Teil Aktien der HDI-Tochter Hannover Rück.

Die Deutsche Bank will sich möglichst zügig von ihrem Gerling-Anteil in Höhe von 34,5 Prozent trennen. Im vergangenen Jahr mußte sie auf ihre Gerling-Beteiligung 700 Millionen Euro abschreiben, jetzt steht Gerling der Deutschen Bank zufolge noch mit 500 Millionen Euro in den Büchern.

Zur Zeit prüft die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin), ob sie dem Verkauf des Rückversicherers Gerling Globale an die Lago Achte GmbH des Managers Achim Kann zustimmt. Eine Lösung für das in der Abwicklung befindliche defizitäre Rückversicherungsgeschäft gilt als Voraussetzung für den angestrebten Verkauf des Gerling-Konzerns.

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