Fortschritte bei Gesprächen von Peres in Kairo
Nahostkonflikt: Israel erklärt sich zu Waffenruhe bereit

Im Nahostkonflikt gibt es erstmals seit sieben Monaten wieder konkrete Hoffnung auf diplomatische Fortschritte. Der israelische Außenminister Schimon Peres traf am Sonntag in Kairo mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zusammen und erklärte sich zu einem Waffenstillstand mit den Palästinensern bereit.

ap KAIRO/JERUSALEM. Im Nahostkonflikt gibt es erstmals seit sieben Monaten wieder konkrete Hoffnung auf diplomatische Fortschritte. Der israelische Außenminister Schimon Peres traf am Sonntag in Kairo mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zusammen und erklärte sich zu einem Waffenstillstand mit den Palästinensern bereit. Überschattet wurden die diplomatischen Bemühungen jedoch erneut von Anschlägen und Feuergefechten in den Konfliktgebieten.

Es seien noch viele Fragen offen, sagte Peres. "Aber ich kann sagen, dass eine Vereinbarung erzielt ist, wie man mit der Situation umgehen soll." Peres flog im Anschluss an seine Kairoer Gespräche nach Jordanien weiter, wo er mit König Abdullah zusammentraf. Am Montag will Peres in New York mit UN-Generalsekretär Kofi Annan konferieren, am Donnerstag ist er beim amerikanischen Präsidenten George W. Bush in Washington zu Gast.

Mubarak unterbrach am Sonntag seine Unterredung mit Peres, um der internationalen Presse von einem Brief des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon zu berichten. Darin heißt es, dass Israel in einem ersten Schritt die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit im Westjordanland und im Gazastreifen lockern wolle. Dies soll nach Angaben von Peres sofort beginnen. Bisher werden mehr als 100 000 Palästinenser daran gehindert, an ihre Arbeitsplätze in Israel zu gelangen. Vier Wochen nach Beginn der Waffenruhe sollen Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts beginnen. Ein Termin für den Beginn des Gewaltverzichts wurde nicht genannt.

Grundlage der neuen Initiative ist der bislang von Israel abgelehnte ägyptisch-jordanische Friedensplan. Dieser sieht als erste Stufe vor einem Waffenstillstand einen israelischen Verzicht auf den weiteren Ausbau jüdischer Siedlungen im Westjordanland und im Gazastreifen vor. Im Gegenzug sollen die Palästinenser ihre Gewaltakte gegen Israel einstellen. Schließlich sollen die Friedensverhandlungen an dem Punkt fortgesetzt werden, wo sie im Herbst vergangenen Jahres abgebrochen wurden.

Scharon hat jedoch wiederholt erklärt, dass er einen Siedlungsstopp ablehnt. In einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung machte Scharon außerdem erneut deutlich, dass es keine Verhandlungen geben werde, solange die palästinensische Gewalt gegen Israel andauere.

Hamas-Funktionär in Gaza festgenommen

In der Konfliktregion war am Wochenende noch keine Entspannung spürbar. Bei Sprengstoffanschlägen auf jüdische Siedler im Westjordanland wurde am Sonntag ein Palästinenser getötet, der offenbar eine der Bomben gelegt hatte. Diese explodierte in einem Auto in der Nähe eines Schulbusses im Norden des Westjordanlands. Im Gazastreifen lieferten sich beide Seiten erneut ein Feuergefecht, bei dem zwei Palästinenser verletzt wurden.

Bereits am Samstag wurde im Norden Israels ein Israeli erschossen. In Bethlehem wurde ein Mitglied der palästinensischen Fatah-Organisation Augenzeugen zufolge von israelischen Soldaten in seinem Auto erschossen. Bei dem Opfer soll es sich um Eymad Karakeh handeln, der in Israel wegen der Beteiligung an Anschlägen gesucht wurde. In Gaza nahm die palästinensische Polizei den führenden Hamas-Funktionär Abdel Asis Rantisi fest, der wiederholt die palästinensische Führung kritisiert und zur Vernichtung Israels aufgerufen hat.

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