Fortsetzung der Talkshow noch nicht entschieden
Statt Friedman-Show ein Drogenfilm

Die letzte, vor der Sommerpause vorgesehene Ausgabe der ARD-Talkshow "Friedman" entfällt auf Wunsch von Michel Friedman. Die ARD sorgte für Ersatz und nahm die Reportage "US- Kampfpiloten unter Drogen" für diesen Mittwoch (23.00 Uhr) ins Programm.

HB/dpa HAMBURG. Über eine Fortsetzung der Talkshow ist noch nicht entschieden. Friedman hatte auf die Moderation seiner letzten Sendung vor der Pause verzichtet, nachdem bei einer Durchsuchung in seinen Räumen drei Päckchen mit Kokain-Spuren gefunden worden waren.

"Es war der Wunsch der ARD-Chefredaktion, auf diesen Platz statt "Friedman" eine Dokumentation zu stellen, und alle Anstalten wurden gefragt, was sie dafür in petto hätten", sagt Thomas Schreiber, Kulturchef des Norddeutschen Rundfunks (NDR). "Unser Film, eigentlich für einen etwas späteren Termin vorgesehen, war praktisch fertig und wohl interessant genug. Darin irgendeine bewusste Ironie zu erkennen, wie das uns schon unterstellt worden ist, ist mir nicht möglich."

In dem Film geht es um die zwei US-Kampfpiloten, unter deren "friendly fire" in Afghanistan vor einem Jahr vier kanadische Soldaten starben. Sie brauchen nach Einschätzung der Autoren keine 64 Jahre Haft zu fürchten. So viel hätte ihnen bei der Verurteilung durch ein Kriegsgericht gedroht. Zur Zeit sieht es jedoch, ungeachtet zu erwartender kanadischer Proteste, nach einer "außergerichtlichen" Bestrafung und damit nach wesentlich milderen Strafen aus. Denn beide Piloten kommen im Film des Schotten Jamie Doran zu Wort, und es scheint festzustehen, dass sie bei ihrem Todesflug unter Drogeneinfluss standen.

Keine Seltenheit bei US-Kampfpiloten: "Wir sagen nicht: Alle Piloten würden Drogen nehmen. Aber in sehr vielen Einheiten ist es üblich, wenn nicht sogar freiwillige Pflicht, mit entsprechend zu unterschreibender Erklärung vorweg", sagt Schreiber. Das Pentagon verweigerte dem Autor jede spontane Stellungnahme und lieferte lediglich ein vorgefertigtes Interview. Autor Doran: "Hören Sie sich diese Stimmen an, die erklären, das sei alles kein Problem und im Vergleich dazu die Meinungen der betroffenen Soldaten! Dann begreift man, dass es sehr wohl ein Problem ist..."

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