Forum für Finanzstabilität: Nach Irak-Krieg sollte sich Weltwirtschaft erholen

Forum für Finanzstabilität
Nach Irak-Krieg sollte sich Weltwirtschaft erholen

Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung des Forums für Finanzstabilität (FSF) mit einem Ende der Unsicherheiten durch den Irak-Kriegs wieder langsam an Fahrt gewinnen.

Reuters BERLIN. "Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass die Weltwirtschaft nicht zu dem G7-Wachstumszenario zurückkehrt", sagte der FSF-Vorsitzende Andrew Crockett am Dienstag in Berlin. Voraussetzung sei, dass sich die Unsicherheiten durch den Irak-Krieg auflösen würden. Die genauen Folgen des Krieges für Wirtschaft und Finanzmärkte seien zwar nach Ansicht des Forums noch nicht abschätzbar. Der Krieg sollte jedoch kurzfristig nicht zu einer Instabilität an den Finanzmärkten führen, sagte Crockett weiter. Er sei zudem der Auffassung, dass das Bankensystem in Europa und den USA trotz der Risiken stabil sei. Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser kündigte einen Diskussionsprozess des Forums über die Rolle der internationalen Ratingagenturen an.

"Die Mitglieder (des FSF) haben festgestellt, dass es zu früh ist, die Auswirkungen eines Kriegs im Irak auf die Wirtschaftsentwicklung und die Finanzmärkte zu beurteilen", hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Abschlusskommunique des FSF, an dem unter anderem Vertreter der Finanzministerien der sieben größten Industrienationen (G7) teilnehmen.

Diskussion über Ratingagenturen

Nach Aussagen Koch-Wesers setzte sich das FSF ferner mit der Wettbewerbssituation der Ratingagenturen auseinander gesetzt. Unter anderem habe die Frage im Mittelpunkt gestanden, wie der Wettbewerb in diesem Bereich vorangebracht werden könne. Zudem habe sich der FSF mit Fragen einer besseren Aufsicht und Kontrolle für die international operierenden Agenturen beschäftigt. Schließlich sei auch die Verantwortlichkeit der Unternehmen angesprochen worden.

Crockett sagte, im weiteren Prozess werde das FSF zunächst die Vorschläge der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC über die künftige Aufsicht der Ratingagenturen abwarten. Das FSF habe sich jedoch ausführlich über die potenziellen Interessenskonflikte von Ratingagenturen ausgetauscht. "Insgesamt sei es jedoch zu früh, um eine genaues Ergebnis des Diskussionsprozesses vorherzusagen."

Der Rating-Markt wird im wesentlichen von den drei großen Agenturen Standard and Poor's, Moody's und Fitch beherrscht. Die Agenturen waren in den vergangenen Wochen in Deutschland in die Kritik geraten. Standard and Poor's (S&P) hatte am 21. Februar das Kreditrating von ThyssenKrupp auf Grund von Pensionsrückstellungen gleich um zwei Stufen auf "BB+" heruntergestuft und dadurch die Refinanzierungskosten des Unternehmens merklich verteuert. Nach Einschätzung von Experten droht anderen deutschen Unternehmen eine ähnliche Abwertung.

Das Financial Stability Forum tagt zweimal im Jahr. Es ist auf Vorschlag des damaligen Bundesbankpräsidenten Hans Tietmeyer angesichts der Asien-Krise vor rund vier Jahren ins Leben gerufen worden. Zweck des Forums ist die Förderung der Stabilität der internationalen Finanzmärkte. An den Treffen nehmen Vertreter der führenden Industrienationen (G7) und der Finanzplätze in Hongkong, Singapur, Australien und der Niederlande teil. Von den Staaten sind jeweils ein Vertreter der Finanzministerien, der Aufsichtsbehörden und der Zentralbanken beteiligt. Zudem nehmen hochrangige Funktionäre anderer internationaler Organisationen wie etwa des Basler Bankenausschusses, des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der OECD und anderer internationalen Organisationen teil. Die nächste Sitzung wird im Herbst in Paris sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%