Fotofachhandel glaubt an eine Sonderkonjunktur
Geschäft mit digitaler Fotografie boomt

Der Foto-Facheinzelhandel kann sich zwar der Konsumflaute nicht entziehen, hofft aber auf eine Sonderkonjunktur durch neue Produkte rund um die digitale Fotografie.

HB/agr DÜSSELDORF. "Bis zu zweistellige Umsatzrückgänge im ersten Halbjahr verstärken einerseits den Druck auf Umsatz und Ertrag, andererseits hat die Fotobranche das Zeug zu einer Sonderkonjunktur", meinte Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Technik des Einzelhandels (BVT) gegenüber dem Handelsblatt.

Die Produktwelten Foto, Konsumelektronik, Telekommunikation und PC wachsen laut Fischel immer stärker zusammen. Die Digitalisierung erschließt neue Produkt- und Anwendungsmöglichkeiten. Als ein Beispiel für neue Trends nennt Fischel Mobilfunktelefone mit integrierter Digitalkamera.

Der BVT-Geschäftsführer rechnet daher bei einem guten Weihnachtsgeschäft mit einem Umsatz des Fotohandels auf dem Niveau des Vorjahres von 4 Mrd. Euro. Der Fachhandel kommt mit 4400 Geschäften auf einen Anteil von 42 %.

Bestätigt wird die optimistische Prognose von der Europa-Foto-Gruppe, die mit 270 Mitgliedern nach der Ringfoto-Gruppe mit 1550 Mitgliedern die zweitgrößte Verbundgruppe der Branche ist. Europa-Foto-Geschäftsführer Robby Kreft erwartet 2002 eine Umsatzsteigerung um knapp 10 % auf 200 Mill. Euro. Einen erheblichen Schub verspricht er sich im zweiten Halbjahr. Sowohl der digitale Bereich als auch sortimentsergänzende Produkte wie Speicherkarten, Drucker und Druckerpatronen ließen für den Foto-Fachhandel ein weiteres Umsatzplus erwarten. Im Vorjahr steigerte Europa-Foto den Umsatz um 4 % auf 183 Mill. Euro. Der Gewinn stieg leicht auf 3,7 Mill. Euro. Ringfoto kommt auf rund 280 Mill. Euro Umsatz.

Zum Wachstum des Fotohandels habe insbesondere die enorme Steigerung beim Verkauf von Digitalkameras um 116 % auf 1,2 Millionen Apparate beigetragen, sagte Kreft. Allein im Fachhandel wurden 700 000 Stück davon verkauft. Der Anteil der Digitalkameras am Gesamtumsatz von Kameras hat von 45 auf 60 % zugelegt. Der Absatz von analogen Kameras ist um 15 % zurückgegangen. Verlierer waren die APS-Kameras mit einem Minus von 17 %. Insgesamt wurden in Deutschland 4,7 Mill. Fotoapparate (plus 2 %) verkauft.

Allerdings versuchten immer mehr branchenfremde Geschäfte Digitalkameras anzubieten, sagte Kreft, neben den Versandhäusern auch Elektrofachgeschäfte und Computershops. Der Preisverfall im Digitalbereich sei rasant. Bei einzelnen Kameras habe er im Jahresverlauf 40 bis 60 % betragen.

Der Verkauf von Filmen ist um 3 % auf 145 Millionen Stück zurückgegangen. Der Umsatz ist um 7 % auf 467 Mill. Euro gesunken. Filme würden immer mehr zu einem preisaggressiven Zugabeartikel, so Kreft. Das Bildergeschäft entwickelte sich dagegen mit einem Plus von 2 % auf 5,25 Mrd. Abzüge stabil.

Quelle: Handelsblatt

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