Fotografie und Video wachsen zusammen
Digitale Bilder lernen laufen

Digitale Kameras nehmen inzwischen auch kleine Videofilme auf. Die Qualität ist zwar noch recht dürftig, dafür liefern im Gegenzug immer mehr Camcorder ganz passable Schnappschüsse fürs Fotoalbum.

DÜSSELDORF. Schon heute muss sich der Kunde nicht mehr entscheiden zwischen einer digitalen Kamera und einem Camcorder mit dem er seine Videofilme und Schnappschüsse aufnehmen will. Es gibt inzwischen immer mehr Geräte, die sowohl Fotos als auch bewegte Bilder liefern - und das in ganz passabler Qualität. Digitale Camcorder von Herstellern wie Canon, Panasonic oder Sony besitzen zusätzlich zu den Videobändern kleine Speicherkarten auf denen sie längst Fotos mit einer Auflösung von 2 oder 3 Megapixeln speichern können. Diese Qualität reicht aus, um Fotos in gängigen Bildformaten wie 10 x 15 cm und größer ausdrucken zu können.

Die Videoqualität, die mit Digitalkameras erzielt wird, läßt dagegen noch zu wünschen übrig. Sie erinnert an die ersten Aufnahmen mit den analogen Videorekordern. Die geringe Auflösung hat jedoch den Vorteil, dass sich die Bilderfolgen auch schon heute recht schnell über das Internet und Mobilfunknetz übertragen lassen.

Anders Uschold, Fotoexperte aus München, ist sich sicher, dass sich der Trend zu Multifunktionsgeräten weiter fortsetzen wird. "Spätestens wenn immer mehr Daten auf den Speicherkarten abgelegt werden können, dann wird auch die Qualität der Videos von Digitalkameras mit der von Camcordern vergleichbar sein", so Uschold.

Schon heute sind die Speicherkarten mit 128, 256, 512 oder 1 024 MByte den analogen Filmen weit überlegen. So passten im Praxistest auf eine so genannte Compact-Flash-Karte mit 1 Gigabyte rund 500 Fotos in einer Auflösung die von einer 4 Megapixel-Kamera von Casio aufgenommen worden sind.

Mit einem neuen Bildspeicher wollen Fujifilm und Olympus diesen Rekord brechen. Die Firmen haben vor kurzem ihre xD-Karte vorgestellt, die nicht nur viel kleiner als die bisherigen Speicherkarten ist, sondern mehr Daten auf gleichem Raum speichern soll. Bis maximal 8 Gigabyte Daten könnten eines Tages auf dieser kleinen Karte Platz finden, so die Pläne der Kamerahersteller.

Doch bis dahin wird noch einige Zeit vergehen. "Vor 2004 ist nicht damit zu rechnen, dass diese hohe Speicherkapazität erreicht wird" schätzten Branchenexperten. Auf der Photokina, die morgen in Köln ihre Pforten öffnet, werden Fujfilm und Olympus erste Kameras mit dem neuen Speichermedium zeigen. Die Kapazität liegt zurzeit noch bei 128 MByte. Doch schon im Dezember soll die nächste Größe mit 256 MByte auf den Markt kommen.

Die Qualität der Fotos, die mit digitalen Kameras geschossen werden, hat längst die der analogen Kameras erreicht. Mit 5 oder 6 Megapixel Bildauflösung sind die digitalen Aufnahmen genauso gut wie die Bilder, die mit analogem Film aufgenommen worden sind. Damit ist auch die Pixeljagd vorbei und die Kamerahersteller konzentrieren sich auf andere Entwicklungsziele: die Geräte werden kompakter, leichter bedienbar und billiger.

"Die Kunden können sich schon heute die Kamera aussuchen, die ihrem Protemonai und ihren Ansprüchen entspricht", fasst Anders Unschold den Trend in der digitalen Fotografie zusammen. Wer Bilder nur zum Spaß aufnimmt, wird auch mit 2 oder 3 Megapixel zufrieden sein und wer seine Fotos per Handy verschicken will, dem reichen sogar weniger als 1 Megapixel.

"Bilder machen und digital verschicken ist trendy geworden", sagt Rainer Schmidt. Der Geschäftsführer des Photoindustrie e.V. -Verbandes in Frankfurt ist sich sicher, dass an dem neuen Multimedia Messaging Services (MMS) nicht nur die Mobilfunkanbieter verdienen werden, sondern auch die Photo- und Imagingbranche. Schon heute liegen die Verkaufszahlen von digitalen Kameras nur knapp hinter denen von anlaogen Geräten. Spätestens im nächsten Jahr werden sie die analoge Technik auf Platz zwei verfdrängt haben.

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