Fotohandys und Multimediadienste sollen Branche beleben: UMTS steht nicht im Vordergrund

Fotohandys und Multimediadienste sollen Branche beleben
UMTS steht nicht im Vordergrund

Der Mann scheut keine klaren Worte, solange er nicht mit Namen zitiert wird: "Wir haben alle miteinander massive technische Probleme mit UMTS und jeder, der behauptet, in den nächsten Monaten schaltet man das Netz ein und die Datendienste werden nur so rauschen, erzählt Quatsch", berichtet ein Manager aus der Mobilfunkbranche.

HB DÜSSELDORF. Kein Wunder, dass daher nicht die vier Buchstaben UMTS das alles beherrschende Thema der Branchenmesse Cebit sein werden - zumindest nicht bei den offiziellen Präsentation. Vielmehr sollen Anwendungen, die schon in den bestehenden Mobilfunknetzen möglich sind, den Kunden von mobilen Multimediaangeboten überzeugen und so der Branche neue Impulse geben. Weil die Umsätze mit Gesprächen stagnieren, müssen Datendienste für Wachstum sorgen - und das am besten schon vor der UMTS-Ära.

"UMTS ist ein zweischneidiges Schwert", sagt auch Bob Schukai, Manager für UMTS-Produkte bei Motorola. "Natürlich wollen die Netzbetreiber über die neue Technik reden, sie propagieren. Aber sie müssen auch ihr laufendes Geschäft forcieren und dafür spielt UMTS derzeit noch keine Rolle."

Von SMS zu MMS

MMS-Album, MMS-Galerie, MMS-Composer - bei Vodafone D2 wird sich denn auch voraussichtlich alles um das neue technische Wunderding MMS drehen, die um Musik, Fotos und Grafiken erweiterten Textnachrichten, die von Handy zu Handy verschickt werden. Vor knapp einem Jahr haben die Mobilfunker diesen Dienst gestartet. Er soll der Nachfolger der ebenso populären wie umsatzträchtigen SMS- Textnachrichten werden. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr sind in Deutschland drei Millionen MMS und 23 Milliarden SMS über den Äther gegangen.

Marktforscher verbreiten aber Zuversicht, dass MMS in 2003 die Erfolgsstory des Jahres wird. Erfüllen sich die Hoffnungen, werden Netzbetreiber und Handyhersteller gleichermaßen davon profitieren. Denn eine MMS ist mit bis zu 1,29 Euro deutlich teurer als die klassische Textnachricht. Zudem braucht man dafür ein neues Gerät, ein Handy mit Kamera.

Neue Mobiltelefone, die die MMS-Funktion und den mobilen Internetdienst I-Mode integrieren, will der Branchendritte in Deutschland, E-Plus, vorstellen und damit auch das I-Mode-Geschäft ankurbeln. Vor einem Jahr hat das Unternehmen das in Japan erfolgreiche I-Mode gestartet - die eigenen Erwartungen dabei aber verfehlt: Etwa eine halbe Million Kunden wollte E-Plus für den Dienst begeistern, 125 000 sind es geworden.

O2, der kleinste Mobilfunker in Deutschland, holt die Rockband "Guano Apes" auf die Cebit, um neue Musikdienste für das Handy vorzustellen. Die Musiker sollen den Kunden Lust darauf machen, künftig Lieder und Musikvideos auf das Mobiltelefon herunterzuladen.

T-Mobile zeigt, wie UMTS funktioniert

T-Mobile, der Mobilfunkmarktführer in Deutschland, hat bereits vor der Cebit niedrigere Preise für das Surfen im mobilen Internet angekündigt, um so den Datendiensten zum Durchbruch zu verhelfen. Als voraussichtlich einziger Mobilfunker will das Unternehmen auf der Cebit vormachen, dass UMTS funktioniert, dass Gespräche von einer UMTS-Zelle zur nächsten weitergegeben werden können. Doch das ist nicht der Knackpunkt. Probleme bereitet die neue Technik, wenn Nutzer zwischen den bestehenden GSM-Netzen und den UMTS-Netzen wechseln. Dann brechen die Gespräche ab. Bis zum dritten Quartal dieses Jahres, wenn UMTS voraussichtlich starten soll, wird sich das ändern - hoffen die Unternehmen.

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