Frachtbereich leidet unter Konjunkturflaute
Lufthansa befördert trotz Streiks mehr Passagiere

Trotz mehrtägiger Streiks ihrer Piloten und Konjunkturflaute hat die Lufthansa in den ersten sechs Monaten des Jahres mehr Passagiere befördert.

Reuters FRANKFURT. Die Deutsche Lufthansa hat im ersten Halbjahr 2001 mehr Passagiere als vor Jahresfrist befördert, dabei aber eine geringere Auslastung ihrer Flugzeuge ausgewiesen. Die Zahl der Fluggäste habe mit 23,14 Millionen um 2,4 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen, teilte der Konzern am Donnerstag in Frankfurt mit. Der Sitzladefaktor, der die Auslastung der Passagiermaschinen ausweist, habe dagegen um 1,4 Prozentpunkte auf 71,8 Prozent abgenommen. Angesichts der weltweiten Konjunkturabschwächung und der Piloten-Streiks im Mai zeigte sich die Lufthansa mit diesen Verkehrszahlen zufrieden. Die Aktie wurde am Vormittag kaum verändert gehandelt.

Deutliche Einbußen verbuchte die Lufthansa im Cargo-Bereich. Die Menge der geflogenen Fracht und Post sei im ersten Halbjahr um mehr als fünf Prozent auf 832 000 Tonnen geschrumpft. Der Nutzladefaktor verringerte sich hier um 5,5 Prozentpunkte auf 62 Prozent. Die Lufthansa führte diese Entwicklung auf die nachlassende Weltkonjunktur zurück. Die Auslastung der gesamten Lufthansa-Flotte sank um 3,5 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent.

Lage insgesamt stabilisiert

Lufthansa-Analyst Uwe Weinreich von der Hypovereinsbank bezeichnete die Verkehrszahlen der Fluggesellschaft als "insgesamt in Ordnung". Nach der schwachen Entwicklung im Mai habe sich die Lage stabilisiert, wobei er noch nicht von einer echten Trendumkehr sprechen würde. Vor allem die Cargo-Sparte sei noch weiter schwach.

In den einzelnen Regionen legte die Lufthansa bei der Passagier-Beförderung mit einem Plus von 5,4 Prozent am stärksten auf den Nord- und Südamerika-Strecken zu, obgleich hier die Auslastung der Maschinen deutlich schrumpfte. Allerdings hat die Lufthansa vier neue Flüge für diese Region aufgelegt. Das geringste Passagier-Wachstum verbuchten die Europa-Routen mit 1,8 Prozent. Ein Grund war unter anderem der durch den Streik bedingte Rückgang der Passagierzahlen von acht Prozent im Mai. Die Lufthansa-Piloten hatten zur Durchsetzung ihrer Gehaltsforderungen mehrfach die Arbeit ruhen lassen und damit den Flugverkehr weitgehend lahm gelegt.

Luftverkehr-Geschäft schwächer erwartet

Im vergangenen Jahr hatte die Lufthansa in den ersten sechs Monaten Rekordwerte bei den Passagier-Zahlen erreicht und auch im Gesamtjahr bei den Verkehrs- und Geschäftszahlen kräftig zugelegt. Analysten erwarten in diesem Jahr jedoch eine Abkühlung der Luftverkehrs-Geschäfte und auch die Lufthansa selbst nahm bereits ihre Gewinnprognose für 2001 zurück.

Der Aktienkurs der Fluggesellschaft war in den vergangenen Woche stetig abgebröckelt und notierte am Donnerstagvormittag rund 0,2 Prozent unter ihrem Vortagesschluss bei 18,76 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%