Fränzösische Truppen sichern Flughafen Kabul
USA verhören Taliban-Botschafter Saeef

Die USA haben den früheren Taliban-Botschafter festgenommen und erhoffen sich von ihm Hinweise auf den Verbleib des Taliban-Chefs Omar und des Moslem-Extremisten bin Laden.

Reuters KANDAHAR. Saeef war am Samstag von Pakistan abgeschoben und von US-Streitkräften in Gewahrsam genommen worden. Auf der Suche nach Bin Laden griff die US-Luftwaffe am Sonntag wieder mutmaßliche Rückzugsgebiete seiner Kämpfer in Ost-Afghanistan an, wie die Nachrichtenagentur AIP meldete.

Die ersten rund 70 Soldaten des deutschen Vorauskommandos für die Afghanistan-Schutztruppe ISAF werden voraussichtlich am Dienstagmorgen in die Krisenregion starten und damit einen Tag später als zunächst geplant.

Zusammen mit rund 300 anderen Gefangenen der Taliban und der Bin-Laden-Organisation El Kaida wird der ehemalige Taliban- Botschafter in Pakistan nach Angaben aus Sicherheitskreisen von Spezialisten des US-Geheimdienstes verhört. Der bärtige Brillenträger Saeef ist der Weltöffentlichkeit aus zahlreichen Pressekonferenzen bekannt, die im Fernsehen übertragen wurden. Die US-Armee verhört ihre Gefangenen in drei Lagern in Afghanistan und auf einem Kriegsschiff im Indischen Ozean.

Bin Laden und Omar sind spurlos verschwunden. Auf der Suche nach Bin Laden warfen US-Kampfflugzeuge dem AIP-Bericht zufolge Bomben auf die Bergregion Spinghar, etwa 45 Kilometer südlich von Dschalalabad. Eine unabhängige Bestätigung der Meldung gab es zunächst nicht. US-Soldaten durchkämmen das Gebiet in der Nähe zur pakistanischen Grenze gemeinsam mit einheimischen Verbündeten nach El-Kaida-Mitgliedern. Die USA machen Bin Laden für die Anschläge vom 11. September verantwortlich.

Karsai verspricht Zusammenarbeit

Der Chef der afghanischen Übergangsregierung, Hamid Karsai, versicherte, er sei entschlossen, die beiden meistgesuchten Männer der Welt festzunehmen. Karsai sagte auf die Frage nach dem Aufenthaltsort Omars vor Journalisten, "Ich weiß es nicht, wir suchen nach ihm, wir werden ihn festnehmen." Mullah Omar war zuletzt in der Provinz Helmand im Süden Afghanistans vermutet worden. Der Sender BBC berichtete, der 42-jährige Taliban-Chef sei auf einem Motorrad geflüchtet. Der Gouverneur der Provinz teilte mit, seine Kämpfer hätten in der Region 200 Tonnen Munition sowie dutzende Waffen beschlagnahmt.

Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping sagte am Sonntag in Bonn, der Grund für die Verzögerung bei der Abreise des deutschen ISAF-Vorauskommandos sei ausschließlich die schlechte Wetterlage in der Türkei. Zusammen mit 30 Soldaten aus den Niederlanden sollen die deutschen Soldaten über die Türkei nach Afghanistan fliegen. Wann das Vorauskommando in Kabul ankomme, hänge von der Wetterlage in der Türkei ab, sagte Scharping weiter. Der erste Teil des insgesamt rund 250 Mann starken Vorauskommandos werde aus rund 70 deutschen Fallschirmjägern sowie 30 niederländischen Soldaten bestehen.

Die Bundeswehr will für die internationale Friedenstruppe bis zu 1200 Mann stellen, die bis Ende Januar stationiert werden sollen. Das Vorauskommando soll in den folgenden Tagen auf bis zu 250 Mann aufgestockt werden. Dazu gehören auch Dänen und Österreicher. Die insgesamt rund 4500 bis 5000 Mann starke "International Security Assistance Force" (ISAF) soll zunächst unter britischer Führung in der afghanischen Hauptstadt Kabul und ihrer Umgebung die Sicherheit gewährleisten und damit die neue Übergangsregierung unterstützen.

Französische Truppen, die den im Krieg beschädigten Flughafen von Kabul sichern, teilten unterdessen mit, die Start- und Landebahnen würden binnen zehn Tagen von Minen geräumt sein. Dann könnten dort auch wieder große Maschinen wie Jumbos-Jets starten und landen.

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