Frage nach Mehrheitseigentümer offen
Gelsenwasser tappt bei Eigentümer-Frage im Dunkeln

Bei dem zum Eon-Konzern gehörenden Gas- und Wasserversorger Gelsenwasser AG ist nach Angaben von Gelsenwasser-Chef Hartmut Griepentrog die Frage des künftigen Mehrheitseigentümers noch offen.

Reuters GELSENKIRCHEN. "Wir sind mitten im Prozess", sagte Griepentrog hierzu am Dienstag auf der Gelsenwasser-Bilanzpressekonferenz in Gelsenkirchen. Spekulationen, wann und an wen der Eon-Anteil verkauft werde, seien nicht zielführend.

Eon stellt seine 80,5-prozentige Gelsenwasser-Beteiligung zum Verkauf, weil das Bundeswirtschaftsministerium dies zu einer Bedingung für die Erteilung seiner Ministererlaubnis für die Fusion von Eon und Ruhrgas gemacht hatte. Die Frist, bis zu der die Bedingungen erfüllt sein müssen, läuft im August ab. Eon kann aber eine Verlängerung beantragen. Der Düsseldorfer Konzern muss sich neben Gelsenwasser noch von weiteren Beteiligungen trennen.

Griepentrog bezeichnete es als unwahrscheinlich, dass Gelsenwasser nicht als ganzes, sondern möglicherweise in Teilen verkauft werde. "Ich persönlich glaube nicht an Zerschlagung", sagte er auf eine entsprechende Frage. In der Energiebranche wird über ein Interesse der großen französischen Wasserversorger Suez und Vivendi am Wassergeschäft an Gelsenwasser spekuliert. Das Gasgeschäft dürfte die Franzosen weniger reizen, heißt es dort. Vom Gelsenwasser-Konzernumsatz entfielen 2002 gut 50 % auf das Wassergeschäft und knapp 45 % auf die Gassparte. Der Essener RWE-Konzern hat bereits öffentlich Interesse an Gelsenwasser bekundet. RWE zählt sowohl Gas als auch Wasser zu seinen Kerngeschäften.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002 erwirtschaftete Gelsenwasser bei einem leicht rückläufigen Umsatz auf 381,8 (393,6) Mill. ? auch ein leicht niedrigeres Betriebsergebnis von 62,4 (64,1) Mill. ?.

Für 2003 erwartet der Konzern, der sich als größter deutscher Wasserversorger sieht, wieder einen "zufrieden stellenden Gewinn". Griepentrog kündigte Zukäufe bei "reinrassigen Wasser- und Abwasseraktivitäten" an. Vorstandskollege August-Wilhelm Preuss deutete an, dass Gelsenwasser dabei vor allem die neuen EU-Beitrittsländer Polen, Ungarn und Tschechien im Visier hat.

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