Fragwürdige Spielertransfers
«Schwarze Kasse» bei Werder Bremen

Bei Fußball-Meister Werder Bremen soll bei Spielertransfers Schwarzgeld mit im Spiel gewesen sein. Laut Medienberichten hat sich die Steuerfahndung eingeschaltet.

HB BERLIN. Beim neuen deutschen Fußball-Meister Werder Bremen sollen Spielertransfers nicht immer regelgerecht abgewickelt worden sein. Statt dessen soll der Verein einen Teil der Tranfers aus einer «schwarzen Kasse» bezahlt haben. Das meldet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Das Magazin beruft sich dabei auf einen internen Bericht der Steuerfahndung, in dem angeblich mehrere Schreiben von Werder-Anwalt Burkard Plenge zusammengefasst sind. Demnach sollen unter anderem die Transfers des Brasilianers Ailton und des Russen Wladimir Bestschastnich wenigstens zum Teil mit Schwarzgeld bezahlt worden sein.

Nach Angaben des Spiegel wollte sich Lemke zu den Vorwürfen nicht äußern. Werder-Pressesprecher Tino Polster habe sich auf Anfrage geweigert, auf «Details» einzugehen.

Das Nachrichtenmagzin berichtet unter Bezug auf Plenge weiter, dass zwischen 1980 und 1998 zunächst 600.000 Mark «für schlechte Zeiten» eingenommen und in einem Depot der BfG Bank Luxembourg eingezahlt worden seien. Dieses Depot, das beim Finanzamt nicht gemeldet worden sei, soll auch nicht in den Büchern den Klubs aufgetaucht sein und wurde stattdessen angeblich auf den Namen des damaligen Geschäftsführers Wolfgang Barkhausen geführt. Lemke, immer noch Werder-Aufsichtsrat und zudem Bremer Bildungssenator, soll diesen Deal einfädelt haben.

Als die Staatsanwaltschaft Bremen 2001 Ermittlungen gegen die BfG-Nachfolgebank SEB wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung einleitete, bekam der Werder-Vorstand nach Spiegel-Angaben kalte Füße. Am 14. September 2001 soll Selbstanzeige erstattet worden sein.

120.000 Mark des Schwarzgeldes sind dem Magazin-Bericht zufolge bei der Verpflichtung von Ailton 1998 vom mexikanischen Verein Universidad de Nuevo Leon geflossen. Sogar 700.000 Mark sollen beim Transfer von Bestschastnich von Spartak Moskau 1994 geflossen sein.

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