France Télécom nicht zu Übernahmeangebot für sämtliche Aktien verpflichtet
Mobilcom-Streit: Schmids Rechnung geht nicht auf

Die France Télécom ist nach Ansicht der deutschen Wertpapieraufsicht nicht zu einem Übernahmeangebot für sämtliche Aktien ihrer deutschen Beteiligung Mobilcom verpflichtet. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erteilte damit am Donnerstag der Forderung des Mobilcom-Gründers und Hauptaktionärs Gerhard Schmid eine Absage. Dieser kündigte Einspruch an.

lip HAMBURG. Schmid verlangte, dass der französische Großaktionär ihm und den freien Anteilseignern ein Pflichtangebot von 14,50 Euro unterbreiten müsse. Das BaFin entschied dagegen, da France Télécom die im Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz für ein Pflichtangebot genannte Schwelle von 30 % des Kapitals an Mobilcom nicht überschritten habe. France Telecom hält 28,5 % an dem deutschen Unternehmen.

Damit dürfte der geschasste Firmenboss kaum noch Chancen haben, den von ihm ursprünglich verlangten Preis je Aktie für seine knapp 50-Prozent-Beteiligung zu erhalten. In diesem Fall dürfte der einstige Shootingstar der Telefonbranche privat bei den Banken unter Druck geraten. Denn Mobilcom fordert von ihm und seiner Frau weiterhin einen Betrag von 68 Mill. Euro, die Schmids Frau über ein Mobilcom-Tochterunternehmen für ein Aktienoptionsprogramm erhalten hat. Zudem drücken dem ehemaligen Mobilcom-Chef Schulden in Millionenhöhe aus dem Bau von Bürogebäuden an der Kieler Förde.

Dies wissen auch die Franzosen. Beobachter vermuten, dass France Télécom deshalb weiterhin auf Zeit spielen, um Schmid zu zermürben und den Preis für sein Aktienpaket zu drücken. Denn inzwischen hat sich France Télécom bei der Refinanzierung des 4,7 Mrd. Euro Kredits von Mobilcom bis Ende September Luft verschafft. Zudem ist der Mobilcom-Aktienkurs mittlerweile auf 7 Euro gefallen, wozu auch France Télécom weiter beiträgt. So ließ eine Sprecherin des Pariser Konzerns gestern erneut verlauten, dass das Risiko einer Insolvenz bei der norddeutschen Mobilfunkfirma weiterhin bestünde, wenn man sich mit Schmid nicht einigen könne.

Der frühere Mobilcom-Chef wiegelt hingegen ab. "France Telecom spielt nicht auf Zeit, um den Preis für mein Aktienpaket zu drücken. Sie haben eher Probleme ihre hohen Schuldenberg abzubauen", sagte Schmid gegenüber dem Handelsblatt.

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