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France Telecom will alle STM-Anteile verkaufen

Die Hauptaktionäre des größten europäischen Chipherstellers ST-Microelectronics (STM), France Telecom (FT) und die italienische Finmeccanica, wollen einen sieben-prozentigen Anteil an STM an institutionelle Investoren abgeben und mit dem Erlös ihre Schulden verringern beziehungsweise ihr Kerngeschäft stärken.

Reuters PARIS. Rund 60 Millionen STM-Aktien würden außerbörslich bei institutionellen Anlegern platziert, teilten die Unternehmen am Montag gemeinsam in Paris mit. France Telecom kündigte zudem an, sich über eine Wandelanleihe und weitere Verkäufe auch von den restlichen STM-Aktien zu trennen. STM-Aktien verloren in Paris in der Spitze gut 6 % auf ein vorläufiges Tagestief von 37,17 ?. Europaweit gerieten die Chipaktien unter Druck.

Mit der angekündigten Transaktion im Wert von rund 2,3 Mrd. $ – berechnet mit dem STM-Aktienkurs vom Montag – bestätigten sich Marktspekulationen der vergangenen Woche. Der Verkaufserlös werde zwischen France Telecom und Finmeccanica im Verhältnis 74/26 geteilt, hieß es. FT hält derzeit 10,8 % und Finmeccanica besitzt über die ST Holding rund 22,4 % an STM.

France Telecom will nach eigenen Angaben mit dem STM-Verkauf seinen Schuldenberg von 65 Mrd. ? um etwa 4 Mrd. ? verringern. Als Teil davon wird FT auch eine Wandelanleihe im Wert von 1,1 bis 1,5 Mrd. ? auf 22 bis 26 Millionen STM-Aktien begeben. "Wir geben heute rund 70 Millionen oder rund drei Viertel unserer insgesamt 95 Millionen STM-Aktien ab, und wir wollen in sechs Monaten die übrigen 25 Millionen Stück verkaufen", sagte FT-Finanzchef Jean-Louis Vinciguerra. FT könne für das Geschäftsjahr 2001 einen Wertzuwachs der STM-Aktien von gut 1 Mrd. ? verbuchen, hieß es weiter.

Finmeccanica: Konzentration auf das Kerngeschäft

Finmeccanica will den Schritt nutzen, um sich auf Luft- und Raumfahrt sowie Rüstung zu konzentrieren. "Wir können STM auch mit weniger als 22 % kontrollieren", wurde Finanzchef Alessandro Pansa bereits vergangene Woche zitiert. Schon am Freitag hatten die STM-Aktien in Paris rund 5 % verloren, nachdem Börsianer auf einen STM-Verkauf durch die Großaktionäre spekuliert hatten.

In der gleichen Mitteilung bekräftigte STM am Montag die Ergebnisprognose für das vierte Quartal. Umsatz und Bruttomarge würden in ähnlicher Höhe wie im dritten Quartal ausfallen.

Im Blickpunkt des Aktienhandels standen am Montag europaweit die Aktien der Chip-Hersteller. In Frankfurt verbilligten sich Infineon um mehr als 4 % auf 26,10 ?, was Händler mit Ausgabe einer Wandelanleihe STM begründeten. Die geplante Platzierung werde vom Markt schlecht aufgenommen und belaste dadurch auch die Konkurrenten. STM erholten sich im Verlauf leicht auf 37,84 ?, einem Minus von 4,3 %.

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